Kienbaum-Gehaltsstudie Topverdiener arbeiten im Vertrieb

Julia Zmítko, Leiterin der Studie bei Kienbaum.

Deutsche Unternehmen zahlen ihren Führungskräften und Spezialisten in Marketing und Vertrieb in diesem Jahr im Schnitt drei Prozent mehr. Den größten Einfluss haben Hierarchie und Unternehmensgröße: Vertriebsleiter führen die Gehaltsliste an, dicht gefolgt vom Leiter Export. Wo sind Key-Account-Manager angesiedelt?

Bei den Führungskräften beträgt die Steigerungsrate einer neuen Studie der Managementberatung Kienbaum zufolge 3,3 Prozent; aktuell verdienen sie durchschnittlich 117.000 Euro im Jahr. Spezialisten erhalten im Schnitt ein Jahressalär von 77.000 Euro; das sind 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei Sachbearbeitern steigt die Vergütung mit 2,8 Prozent etwas weniger stark; sie beziehen aktuell ein jährliches Gesamtgehalt von 49.000 Euro. Für den Vergütungsreport „Führungskräfte und Spezialisten in Marketing und Vertrieb 2014“ hat Kienbaum die Daten von 3.371 Führungspositionen und knapp 7.000 Spezialisten und Sachbearbeitern in fast 700 Unternehmen untersucht.

Der Leiter Vertrieb führt die Gehaltsrangliste der von Kienbaum untersuchten Positionen an: Er erhält durchschnittlich 136.000 Euro im Jahr. Auf dem zweiten Platz folgt der Leiter Export mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 135.000 Euro.

Topverdiener bei den Spezialisten und Sachbearbeitern sind die Key-Account-Manager mit einer jährlichen Durchschnittsvergütung von 94.000 Euro. Der Vertriebsinnendienst bildet mit einem Jahresgehalt von 87.000 Euro auf der Führungsebene und 47.000 Euro auf der Ebene der Spezialisten und Sachbearbeiter das Schlusslicht des Gehaltsrankings.

Mit größerer Verantwortung und anspruchsvolleren Aufgaben steigt auf allen Ebenen das Gehalt: Während Mitarbeiter der oberen Führungsebene eine Jahresvergütung von durchschnittlich 161.000 Euro erzielen, liegt das Gehalt auf der operativen Führungsebene im Schnitt bei 80.000 Euro.

Für die Spezialisten und Sachbearbeiter ist dies in der Tendenz ähnlich: Senior Spezialisten erhalten mit durchschnittlich 87.000 Euro ein deutlich höheres Gehalt als Junior Spezialisten, die rund 50.000 Euro jährlich verdienen. Sachbearbeiter mit sehr komplexen Aufgaben werden mit 56.000 Euro im Jahr erheblich höher vergütet als ihre Kollegen mit wenig komplexen Aufgaben, deren Vergütung bei lediglich 37.000 Euro liegt.

Gerade bei den untersuchten Führungspositionen hat die Unternehmensgröße einen großen Einfluss auf das Gehalt: Mitarbeiter in Führungspositionen verdienen in Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten mit 160.000 Euro Gehalt fast doppelt so viel wie Führungskräfte, die in Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitern beschäftigt sind; deren Gehalt beträgt im Schnitt nur 91.000 Euro im Jahr.

"Die Gründe für diese Unterschiede liegen vor allem in der größeren Verantwortung und der zunehmenden Komplexität der Aufgabenstellungen in großen Unternehmen. In der Regel geht das mit einer höheren Vergütung einher. Es sollte jedoch nicht übersehen werden, dass insbesondere Führungskräfte in kleinen und mittleren Unternehmen mit sehr flachen Hierarchien konfrontiert sind und somit häufig unmittelbare Verantwortung tragen", sagt Julia Zmítko, Leiterin der Studie bei Kienbaum.