Führung Technologie wird zur wichtigsten CEO-Kompetenz

Endet die Ära der reinen Betriebswirte an der Spitze der Unternehmen? Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Korn Ferry wird Technologie in fünf Jahren der wichtigste Wettbewerbsvorteil von Unternehmen sein und Technologie-Kompetenz zur wichtigsten Fähigkeit für künftige CEOs.

Die Befragten haben die Fähigkeit, durch technologischen Fortschritt Veränderung in der eigenen Organisation zu gestalten, auf Platz eins der wichtigsten Kompetenzen künftiger CEOs gewählt. Gefolgt von grundsätzlichem Know-how rund um Technologie, Innovationsfähigkeit und Technikvermögen.

Führungskompetenzen zu Personal- und Kulturthemen finden sich dagegen erst auf Rang acht.

»CEOs und Top-Manager von heute haben vor allem eine Priorität: Ihr Unternehmen fit für das anstehende digitale und technologische Zeitalter zu machen«, sagt Hubertus Graf Douglas von Korn Ferry. »Es geht darum, die Geschäftsmodelle und Produkte der Zukunft zu finden, mit denen auch tradierte Unternehmen weiterhin im Wettbewerb bestehen und Arbeitsplätze sichern können. Viele bauen ihre Digital- und Technologiekompetenz an der Spitze gerade erst auf. Das bindet sie zeitlich heute deutlich stärker ein als noch vor fünf Jahren.«

Gefragt nach den wichtigsten Assets von heutigen Unternehmen findet sich Technologie auf dem ersten Platz wieder – das soll sich nach Aussage der Befragten die nächsten fünf Jahre auch nicht ändern.

Dagegen soll der Wert von Innovation und Forschung & Entwicklung für Unternehmen in fünf Jahren noch wichtiger sein und vom heutigen fünften auf den zweiten Platz steigen.

Auf Platz drei und vier folgen Produkt und Marke, die Top fünf schließt mit dem Asset Grundbesitz und Immobilien.

Überraschend: Wird Kultur heute noch als sehr wichtig angesehen (Platz drei), kommt es in der künftigen Top fünf nicht mehr vor.

Ein Widerspruch im heutigen Kampf um Talente?

»Technologie wird von Menschen gemacht. Darum werden Menschen auch künftig maßgeblicher Werttreiber und Wettbewerbsvorteil von Unternehmen sein«, sagt Hubertus Graf Douglas. Davon seien auch 56 Prozent der befragten Top-Manager überzeugt.

»Entscheidendes Asset von Unternehmen wird sein, ihre Mitarbeiter so zu entwickeln, dass sie den neuen Rollen- und Kompetenzprofilen digitalisierter Unternehmen gerecht werden. Wer das heute verschläft, schafft schwerwiegende Risiken.«

Damit soll der HR-Funktion – fast möchte man sagen: endlich! – eine neue Bedeutung zu kommen.

Hubertus Graf Douglas: »Die Situation, dass sich der CEO vor allem auf Innovationsfindung und Technologie konzentriert, ist für HR-Chefs eine große Chance. Ihre Aufgabe wird es sein, die Menschen in den Organisationen auf die kommenden Herausforderungen der digitalen Transformation vorzubereiten und gezielt digital zu schulen und zu entwickeln. Selbstverständlich mit hundertprozentiger Rückendeckung ihres CEOs.  Auf Augenhöhe – als Bestandteil des Top-Managements. Und nicht in der zweiten oder dritten Führungsebene.«

Das sind laut Umfrage unter 800 CEOs die wichtigsten Kompetenzen künftiger Führungskräfte:

  1. Fähigkeit, organisationale Veränderung durch Technologie ermöglichen
  2. Technologisches Know-how
  3. Innovationsfähigkeit
  4. Technikvermögen
  5. Finanzkompetenz
  6. Vertriebs- und Wachstumsexpertise
  7. Kundenverständnis
  8. Personal- und Kulturkompetenz

Zu den wichtigsten Assets von Unternehmen in fünf Jahren sollen gehören

  1. Technologie
  2. Forschung & Entwicklung / Innovation
  3. Produkte & Services
  4. Marke
  5. Grundbesitz & Immobilien

Korn Ferry hat in seiner Untersuchung 800 Top-Manager, darunter CEOs, Chief Commercial Officers und Chief Strategy Officers, aus den Sektoren Industrie, Pharma- und Gesundheitswirtschaft, Finanzindustrie, Dienstleistungen und Konsumgüter befragt.