"Es brennt, super!" Technik für Kinder

"Das Strahlen in den Augen der Kinder, wenn die Lampen das erste Mal brennen, ist super", sagt der "Technik-Tutor" Markus Sonnleitner.
"Das Strahlen in den Augen der Kinder, wenn die Lampen das erste Mal brennen, ist super", sagt der "Technik-Tutor" Markus Sonnleitner.

"Wir haben in Deutschland viele gute Fußballer. Warum? Weil die meisten "Dreikäsehoch" schon in die Fußballschule gehen." erklärt Heidi Heigl, Geschäftsführerin des Vereins TfK - Technik für Kinder e.V. ihr Erfolgsrezept. "Technik-Tutoren" geben Kindern an mehr als 100 bayerischen Schulen kreativen Technik-Unterricht. Dafür gab es jetzt einen Preis vom Bundesbildungsministerium.

Seit seiner Gründung durch den Deggendorfer Ingenieur und Unternehmer Heinz Iglhaut wird der Verein "Technik für Kinder" von seinem eigenen Erfolg förmlich überrollt: Den Anfragen von Schulen aus ganz Bayern und darüber hinaus kann die Initiative kaum noch nachkommen - zum Teil müssen Projektteilnehmer ausgelost werden.

Weit über 100 Unternehmen unterstützen "Technik für Kinder" mittlerweile tatkräftig: Mit Spenden und indem sie ihre Auszubildenden als "Technik-Tutoren" an die Schulen schicken. Mehr als 9000 Schüler sind so schon bei über 2000 Veranstaltungen in den Genuss des alternativen Technik-Unterrichts gekommen. Besonders erfreulich: Rund 40 Prozent der teilnehmenden Schüler sind Mädchen.

Mit verschiedenen Angeboten versucht "Technik für Kinder" Schüler von 8 bis 18 fürs Schrauben, Basteln und Co. zu interessieren. Im Projekt "Schüler entdecken Technik" dürfen Mädchen und Jungen von der 4. bis 6. Klasse an sechs Nachmittagen unter fachkundiger Anleitung alten Computern mit Lötkolben zu Leibe rücken oder Taschenlampen bauen. "Das Strahlen in den Augen der Kinder, wenn die Lampen das erste Mal brennen, ist super", sagt der "Technik-Tutor" Markus Sonnleitner. In den "Technikferien" können Kinder auch außerhalb der Schule spielend dazulernen - ob beim Ausflug zum Münchner Flughafen oder beim Besuch einer Sternwarte.

Ein weiteres Angebot von "Technik für Kinder" ist der Junge-Elite-Computer-Club: Mit ihren selbstkonstruierten Robotern haben die Club-Mitglieder schon erfolgreich an mehreren internationalen Roboter-Wettkämpfen teilgenommen. Computer-Club-Gruppen gibt es bereits in Deggendorf, Fürstenzell und Eggenfelden, viele weitere sollen folgen. Außerdem in Planung: Die Einrichtung von "Technikhäusern", in denen Kinder und Jugendliche auch nach der Schule die Möglichkeit zum Basteln und Tüfteln an eigenen Projekten haben sollen. Das erste "TfK-Technikhaus" wird im Juli in Straubing seine Pforten öffnen, 29 weitere in ganz Bayern sollen folgen.
 

Mit seiner Früh-Förderung der Technik-Begeisterung hat der Verein "Technik für Kinder" ein echtes Erfolgskonzept - denn Experten wissen: Rund 80 Prozent der technischen Fachkräfte sagen, dass ihr Berufswunsch schon in der Kindheit geprägt wurde.

Für seine vorbildliche Initiative ist "Technik für Kinder" bereits 2011 von der Organisation MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet worden. Die Bayerische Staatsregierung ehrte "Technik für Kinder" im vergangenen Jahr als "Best-Practice-Projekt". Der Europäische Sozialfond hat den Verein bisher mit etwa 1,6 Millionen Euro Fördergeld unterstützt.

Heidi Heigl ist Geschäftsführerin des Vereins. Sie erklärt in Teil 2 des Artikels, warum Technikbegeisterung schon vor der Pubertät geweckt werden muss.