Kommentar Talentflucht gen Germany?

Angst vor der Zukunft: Forscher aus den USA könnten auch in Deutschland arbeiten, wünschen sich Politiker.
Angst vor der Zukunft: Forscher aus den USA könnten auch in Deutschland arbeiten, wünschen sich Politiker.

Deutsche Bildungspolitiker wittern eine Chance, akademische Talente und Fachkräfte aus den USA und Großbritannien nach Deutschland zu locken. Ein neues Programm zur Anwerbung soll in den beiden Ländern starten. Allein es fehlt das Geld.

Der neue US-Präsident Donald Trump und der Brexit verunsichern Forscher und Fachkräfte in den USA und in Großbritannien. Daten von Forschungseinrichtungen in den USA werden vorsichtshalber gesichert, um sie vor dem Verschwinden zu schützen. Einige fürchten sich vor internationaler Isolation, andere sorgen sich um die Forschungsfreiheit, denn die neue die US-Administration stellte schnell klar, dass ihr nicht jede Forschung genehm ist – Stichwort: Klimaschutz. 

Anwerbungsprogramm starten

In Berlin will man diese Forscher und Fachkräfte jetzt nach Deutschland locken. Wer nicht in der USA erwünscht ist oder Sorge vor einer britischen Isolation hat, soll sich auf den Weg nach Europa und Deutschland machen. Ein neues Anwerbungsprogramm soll gestartet werden und mit Weltoffenheit will man die Experten für sich gewinnen. Das ist eine tolle Idee und die Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Europa und Deutschland würden sicher profitieren. 

Doch was erwartet beispielsweise die Forscher in Deutschland? Befristete Stellen, bürokatische Bewilligungs- und Berufungsverfahren, geringere Forschungsmittel und eine geringere Internationalität an den Hochschulen als in den Vereinigten Staaten. Das soll sich jetzt oder muss sich für alle ändern, wenn man wirklich junge Menschen und Spitzenforscher anlocken will. 

Und was machen die Umworbenen? Sie wollen kämpfen – für ihre Freiheit und die Wissenschaft. Sie wollen dem Präsidenten und seiner Politik nicht weichen oder ein Flugzeug besteigen.