Projekt "Pfad-Finder" Stipendium für mehr Zeit

An der privaten Universität Witten–Herdecke können sich Stipendiaten ein Jahr lang intensiv mit einem persönlichen Projekt beschäftigen. Ziel: Mehr Zeit und Raum für die individuelle persönliche Entwicklung und eine anschließend richtige Studienwahl.
An der privaten Universität Witten–Herdecke können sich Stipendiaten ein Jahr lang intensiv mit einem persönlichen Projekt beschäftigen. Ziel: Mehr Zeit und Raum für die individuelle persönliche Entwicklung und eine anschließend richtige Studienwahl.

Keine Zeit, um über den Tellerrand zu schauen? An der privaten Universität Witten–Herdecke können sich Stipendiaten ein Jahr lang intensiv mit einem persönlichen Projekt beschäftigen. Ziel: Mehr Zeit und Raum für die individuelle persönliche Entwicklung und eine anschließend richtige Studienwahl.

"Warum ist schnelles Lernen wieder out?" titelt das Wirtschaftsmagazin BrandEins in seiner neuesten Ausgabe. Und führt aus, warum von der anfänglichen Euphorie, durch G8 und Bachelor-System möglichst viele junge Akademiker für den Arbeitsmarkt  auszubilden, nicht mehr viel übrig ist.

So zitiert das Magazin unter anderem eine Umfrage der Personalberatung Access KellyOCG aus dem Jahr 2010, der zufolge 62 Prozent der befragten Personalmanager Hochschulabsolventen für zu jung und unerfahren und deren persönliche Reife als mangelhaft bezeichnen. Der Jungendwahn sei ein Irrtum gewesen, werden führende Wirtschaftsvertreter zitiert.

Weil Zeit und Raum für die individuelle persönliche Entwicklung im deutschen Bildungssystem inzwischen ein knappes Gut sind, hat die StudierendenGesellschaft der privaten Universität Witten/Herdecke das "Pfad-Finder-Stipendium" ins Leben gerufen.

"In diesem eng gesteckten Hürdenlauf von Prüfung zu Prüfung, in dieser Atemlosigkeit des Auswendiglernens bleiben viele wichtige Lebenserfahrungen auf der Strecke", sagt Levka Meier, Mitglied des Vorstands der StudierendenGesellschaft (SG) und Studentin der Universität Witten/Herdecke (UW/H). "Vielleicht kennt man am Ende mehr Daten und Fakten - aber ich glaube nicht, dass man dadurch klüger wird. Diese Entwicklung wird weder den jungen Menschen noch unserer Gesellschaft gerecht. Wir brauchen kreative, gestaltungswillige und urteilskräftige Köpfe, die ihren eigenen Weg gehen."

Die Universität möchte mit diesem Projekt junge Menschen ermutigen, ihren eigenen Weg zu suchen, zu finden und sich in selbstgesteckten Herausforderungen auszuprobieren und zu bewähren. Dafür gibt es 700 Euro pro Monat und Stipendiat, ein Jahr lang. Die möglichen Projekte reichen von einer ersten eigenen Unternehmensgründung, einem eigenen Internetblog, einer Urban Gardening Initiative oder einem eigenem Forschungsvorhaben. In dieser Zeit  erhalten die Stipendiaten schon die Möglichkeit, kostenfrei alle an der Universität Witten/Herdecke angebotenen Kurse zu belegen. Und sie bekommen einen persönlichen Mentor zur Seite gestellt.

Wie verläuft die Auswahl der Stipendiaten? Unter allen eingesandten Stipendienbewerbungen werden die zu fördernden Projekte in einer öffentlichen Online-Abstimmung gekürt, eine studentische Jury bestimmt abschließend die Finalisten.

Das Stipendium wird unabhängig von einem möglichen späteren Studium an der UW/H vergeben. Bewerbungsschlüsse sind der 31. Mai sowie der 31. August 2014. Wer sich allerdings bis zum 31. Mai bewirbt, hat die Möglichkeit, einen Platz in der 7. Wittener Summerschool, die im August an der UW/H stattfinden wird, zu bekommen.

Mehr zum Pfad-Finder-Stipendium und zur Bewerbung unter www.uni-wh.de/pfadfinder, zur Wittener Summerschool: www.uni-wh.de/studium/studieninteressierte/wittener-summerschool .