Kienbaum-Gehaltsprognose So unterschiedlich verdient Europa

Die Gehälter in Deutschland werden im kommenden Jahr im Schnitt um knapp drei Prozent steigen, schätzt die Unternehmensberatung Kienbaum. Sie hat die künftige Entwicklung der Gehälter in 25 europäischen Ländern untersucht. Spezialisten in Österreich sollen demnach am meisten profitieren.

Rund 1.000 Unternehmen haben sich an der Untersuchung beteiligt. Auch inflationsbereinigt können die Deutschen im kommenden Jahr ein Plus im Portemonnaie erwarten: Für die Bundesrepublik prognostiziert der IWF eine Inflationsrate von 1,7 Prozent.

„Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich nach wir vor robust. Auch im kommenden Jahr stehen die Zeichen auf moderates Wachstum. Entsprechend positiv werden sich auch die Gehälter entwickeln. Doch die wirtschaftliche Situation in Europa ist und bleibt sehr unterschiedlich: Nach der Rezession gerade in Südeuropa wird für 2014 im Euroraum aber wieder ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 0,9 Prozent erwartet“, sagt Alexander v. Preen, Geschäftsführer bei Kienbaum.

Im deutschsprachigen Raum erhalten Spezialisten in Österreich im kommenden Jahr die größte Gehaltserhöhung: 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr haben sie künftig voraussichtlich in der Tasche, während ihre deutschen Kollegen auf der gleichen Hierarchieebene 2,7 Prozent und in der Schweiz lediglich 1,7 Prozent mehr verdienen.

Im Schnitt erhalten Führungskräfte in Österreich eine Gehaltserhöhung von 3 Prozent, in Deutschland sind es 2,9 Prozent und in der Schweiz 1,6 Prozent. Bei der Gehaltsentwicklung von Vorständen und Geschäftsführern liegt Österreich mit einer Steigerungsrate von 3,1 Prozent knapp vor Deutschland mit 2,7 Prozent; in der Schweiz werden es hingegen voraussichtlich nur 1,6 Prozent mehr sein.

„Die Gehälter in Deutschland und Österreich entwickeln sich im kommenden Jahr in etwa gleich. Deutlich geringer werden jedoch die Salärzuwächse in der Schweiz sein. Ursachen könnten der schwächelnde Finanzsektor und das vergleichsweise hohe Lohnniveau sein, weshalb die Steigerungsraten eher niedrig sind“, sagt Kienbaum-Geschäftsführer Alexander v. Preen.

Im restlichen Westeuropa kann nur die Gehaltsentwicklung in Norwegen mit der in Deutschland und Österreich mithalten: Hier liegt die durchschnittliche Gehaltserhöhung im kommenden Jahr mit gut 3 Prozent in etwa auf gleichem Niveau. Weit abgeschlagen ist hingegen Griechenland: Dort steigen die Gehälter nur um 1,1 Prozent.

In Osteuropa entwickeln sich die Gehälter deutlich positiver als in Westeuropa: Die höchsten Steigerungsraten erzielen die Fach- und Führungskräfte in Russland. Dort werden die Gehälter im kommenden Jahr um durchschnittlich 6,9 Prozent steigen.

„Allerdings erwartet der IWF zugleich eine Inflationsrate von 6,2 Prozent. Unter dem Strich steigt die Kaufkraft der Menschen in Russland deshalb nur geringfügig“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte v. Preen. Auf Platz zwei in der Rangfolge der Gehaltssteigerungen in Europa liegt mit rund sechs Prozent die Türkei, gefolgt von Rumänien, Polen und Ungarn.