Neu arbeiten bei PULS »Schaltungsprobleme ‘im Vorbeigehen’ gelöst«

Nein, kein Restaurant. Immer noch Puls!
Nein, kein Restaurant. Die neue PULS GmbH.

Das Design, die Extras, die Sofaecken: die neue PULS-Zentrale mutet eher wie ein hippes Café an als eine Firma, die Netzteile baut. Was läuft anders im neuen PULS-Büro? Wir fragten nach bei Entwicklungsingenieur Sebastian Lederer und Projektkoordinatorin Elisabeth Widmann.   

Ingenieurin Elisabeth Widmann ist schon 20 Jahre lang bei PULS, so dass sie gut vergleichen kann: Wie arbeitete es sich früher bei der PULS, wie ist es heute mit der neuen Arbeitsumgebung? 
Widmann überlegt: »Früher hatten wir ja vor allem Einzelbüros, der Austausch war nicht so intensiv wie heute, er fand mal in der Kaffeeküche statt. Durch die neuen Begegnungs-Bereiche, die wir jetzt haben, ist das ganze noch mal deutlich gepusht worden.«

 

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Hallo Google! PULS macht New Work

Der Spezialist für Stromversorgungen hat am Münchner Arabellapark einen Arbeits(t)raum geschaffen.

Früher sei über Abteilungsgrenzen hinweg manchmal an ganz ähnlichen Problemen gearbeitet worden, jedoch ohne davon zu wissen.

»Heute tauschen wir uns viel mehr aus, treffen auch mal zufällig aufeinander und kriegen mit, woran die Kollegen gerade arbeiten. Man bringt sich leichter mit Vorschlägen ein. Der schnellere und unkompliziertere Informationsaustausch, ohne lange E-Mails schreiben zu müssen - das macht sich in der täglichen Arbeit bemerkbar.«

Entwicklungsingenieur Sebastian Lederer hat vor etwas mehr als fünf Jahren als Junior-Entwickler bei PULS begonnen und macht heute Hardwareentwicklung, teilweise mit Projektmanagement-Tätigkeiten.

Auch er kann noch über die »alte Puls« berichten: »Früher war die Arbeitsumgebung relativ grau und langweilig, im Vergleich zu den Kommunikationsinseln heute auch ziemlich verschlossen. Man hatte eigentlich nur Kontakt, wenn man ihn gezielt suchte und hat daher viel weniger mitbekommen, was in den anderen Abteilungen so läuft. Heute ist ein abteilungsübergreifendes Gemeinschaftsgefühl entstanden, die Grenzen verschwimmen.«

Für Lederer persönlich ist es vor allem der Arbeitsplatz, der sich verbessert hat: Zwar sei man mit dem teuren Labor-Equipment naturgemäß nicht ganz so mobil wie andere Abteilungen. »Aber es hat sich bei 50:50 eingependelt: die Hälfte der Zeit sitze ich an meinem Laborarbeitsplatz, die andere Hälfte kann ich kreativ arbeiten, mich von überall auf meinen Rechner einloggen oder aber auch Ruhe suchen.«

Widmanns Aufgabe ist die Projektkoordination für Neuprojekte bei PULS. In dieser Rolle entlastet sie Elektronikentwickler von  administrativen und koordinativen Aufgaben mit Blick auf Musterbau, Supply Chain oder Anmeldung bei der Prüfstelle. »Ich halte ihnen den Rücken frei, damit diese sich auf die technischen Probleme konzentrieren können.«

Die größte Verbesserung für Widmann? Das Betriebsklima sei schon immer gut gewesen, aber alles habe sich nun noch einmal intensiviert, überlegt sie.

Es war nicht so, dass die neue Arbeitsumgebung für PULS auf dem Reißbrett geplant und quasi verordnet worden wäre.

»Unsere Entwickler haben daran mitgearbeitet, haben sich eingebracht, etwa, ob sie gemeinsame Labor-Arbeitsplätze haben wollen oder ob Labor- und PC-Arbeitsplätze getrennt werden sollen. Sie haben entschieden, dass jeder seinen Laborarbeits- und Messplatz bei sich haben will.«  

Die größte Verbesserung? Da überlegt Elisabeth Widmann kurz: »Zum einen natürlich die verbesserte Technik. In Besprechungen kann man zum Beispiel auf seinen Arbeitsplatz zugreifen. Und die Möglichkeit, zwischen offenen und geschlossen Büro-Bereichen flexibel zu wechseln, sich bei Bedarf zurückzuziehen, und trotzdem auf seinen Rechner zuzugreifen«.

Denn das ist Widmann wichtig, trotz ihrer koordinativen Aufgaben:

»Ich schätze es sehr, dass die persönlichen Arbeitsplätze erhalten geblieben sind. Ich bin sehr viel innerhalb der Firma unterwegs und da ist der persönliche Arbeitsplatz ein fester Anlaufpunkt, an dem ich morgens erst mal ankommen und mich auf den Tag vorbereiten kann. Aber bei uns gibt es eben nicht ein entweder oder, sondern sowohl die persönlichen  Arbeitsplätze wie auch genügend Möglichkeiten, sich zum ruhigen Arbeiten oder einem längeren Gespräch mit Kollegen zurückzuziehen.«

So ganz ohne eigenen Schreibtisch oder nur noch Spint oder Rollcontainer - so würde Elisabeth Widmann nicht arbeiten wollen. Vielmehr genießt sie beides: »Vielleicht ist Ihnen die beschreibbare Wand neben der Beach-Bar in der Entwicklung aufgefallen? An dieser Wand wurden  schon Schaltungsprobleme im Vorbeigehen, bei einer Tasse Kaffee gelöst!«

Sebastian Lederer würde sich wünschen, dass auch so mancher ältere Kollegen »diesen Luxus der neuen Arbeitswelt« noch stärker leben würde, auch mit Blick auf die neuen Möglichkeiten der Kommunikation. »Aber das ist glaube ich auch eine Frage der Gewöhnung, wir leben das ja jetzt erst ein gutes halbes Jahr. Fakt ist, wir sind sehr stolz, auch auf unseren Chef, dass er sich auf so etwa komplett Neues eingelassen hat.«