Relativ stabile Lage im Venture-Capital-Sektor

Nachdem Banken bereits vor der Finanzkrise häufig das Risiko zu hoch war, in Technologieunternehmen zu investieren, können sich Kapital suchende Unternehmer diesen Gang inzwischen völlig sparen. Alternative Möglichkeiten für Frühphasen- und Wachstumsfinanzierungen bieten weiterhin Venture-Capital-Gesellschaften (VC-Gesellschaften).

Zwar müssen VC-Gesellschaften auch mit Problemen aufgrund der Finanzkrise kämpfen, aber insgesamt ist ihre Lage stabil. Die bankenunabhängigen VCs bieten neben dem Kapital auch Beratungsleistung und Unterstützung. Ihr Kapital stammt aus selbst aufgelegten Fonds, in die institutionelle Anleger und große Privatinvestoren investieren.

»Trotz der Finanzkrise wird das Venture-Geschäft relativ ungestört weiterlaufen«, meint Falk Strascheg, Gründer von Extorel und einer der erfahrensten Venture-Capitalisten in Deutschland und Europa. »Zum einen stehen momentan in Deutschland ausreichend gefüllte Fonds zur Verfügung, und zum anderen lässt sich der Investitionsprozess flexibel gestalten«, erklärt Strascheg weiter.

So bestehe kein Zwang, jährlich eine bestimmte Anzahl von Investments zu tätigen oder Firmen zu bestimmten Zeitpunkten zu veräußern. In einem Beteiligungsprozess gibt es gewisse zeitliche Spielräume, um günstige Gelegenheiten für bestimmte Vorgänge abzuwarten. Trotzdem sind derzeit die Venture-Capital-Unternehmen im Vorteil, die ihre Fonds kürzlich aufgelegt haben und wie Earlybird, Neuhaus Partners und Wellington Partners am Beginn der Investitionsphase stehen.

Über 265 Millionen Euro eingesammelt

Ideal ist die Lage für Wellington Partners, die nach einer kurzen Fundraising-Phase im Januar dieses Jahres die Finanzierung eines Venture-Capital-Fonds über 265 Mio. Euro eingesammelt haben. Mit zahlreichen erfolgreichen Beteiligungen wie bei Astaro, Nawotec sowie Xing und hohen Fonds- Renditen zählt Wellington zu den erfolgreichsten Venture-Capital-Unternehmen in Europa.