Unternehmensführung Per Rückspiegel in die Zukunft

Im Rückspiegel des ersten Fahrzeugs zu erkennen: Die beiden Lkws "kleben" förmlich aufeinander.

Wie stellen Unternehmer sich und ihre Teams rechtzeitig und strategisch richtig für die Zukunft auf? Für überraschende Aha-Effekte und Zuversicht lohnt ein gemeinsamer Blick in die Vergangenheit.

Strategische Planung beginnt am besten mit einem Blick in die Vergangenheit. »Was hat sich in letzten 10, 20 Jahren verändert?« Es lohnt sich, diese Frage gleich ganz am Anfang zustellen. Und aus den Entwicklungslinien in der Vergangenheit dann Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Das ist oft nicht einfach, denn die Zukunft ist noch nicht Gegenwart. Deshalb fließen in alle strategischen Planungen viele Annahmen ein – zum Beispiel darüber:

  • Wie entwickelt sich der (Arbeits-)Markt?
  • Welche Problemlösungen sind künftig (technisch) möglich? Und:
  • Welche Kompetenzen brauchen unsere Mitarbeiter morgen?

Erleichtert wird die strategische Planung jedoch dadurch, dass die meisten Veränderungen eben nicht »disruptiv« verlaufen (um ein aktuelles Modewort zu gebrauchen), sondern schleichend. Deshalb nimmt man sie im Arbeitsalltag oft nicht bewusst wahr.

Darum empfiehlt es sich, wenn sich in Unternehmen das Gefühl verdichtet »Bei uns muss sich etwas verändern«, dass sich die Entscheider in einem Workshop zunächst zum Beispiel gemeinsam fragen: »Wie ‚tickte‘ unser Unternehmen, sein Markt, seine Belegschaft usw. vor 10 der 20 Jahren?«. Aus den Ergebnissen können sie dann im zweiten Schritt ableiten »Was hat sich seitdem verändert?« bzw. »Was kennzeichnet die Situation heute?«

Das Ergebnis einer solchen Analyse überrascht in der Regel alle Teilnehmer – aufgrund der vielen Veränderungen, die sich in der Vergangenheit vollzogen haben, die ihnen zuvor so nicht bewusst waren.

Anhand der Veränderungen in den zurückliegenden Jahren können die Workshop-Teilnehmer sich dann fragen »Welche Entwicklungslinien sind hierin erkennbar?«, um sich danach im nächsten Schritt beispielsweise mit der Frage zu befassen: »Wie sieht aufgrund dieser Entwicklungslinien unser Unternehmen, die Zusammenarbeit in ihm, seine Mitarbeiterstruktur usw. voraussichtlich in fünf oder zehn Jahren aus?«
Das Ergebnis kann eine Übersicht wie folgende sein, die bei einem Workshop mit den Personalverantwortlichen in einem Großunternehmen entstand: