Investitionen Mehr Geld für Forschung

Die Unternehmen investieren mehr Geld in die Forschung. Davon profitiert auch der Arbeitsmarkt. 12 % mehr Forscher waren in den Unternehmen angestellt.
Die Unternehmen investieren mehr Geld in die Forschung. Davon profitiert auch der Arbeitsmarkt. 12 % mehr Forscher waren in den Unternehmen angestellt.

Neuer Rekord: 62,4 Milliarden Euro haben die deutschen Unternehmen im Jahr 2015 in eigene Forschung und Entwicklung (FuE) investiert. Das sind 9,5 % mehr als im Vorjahr, heißt es in der aktuellen FuE-Erhebung des Stifterverbandes. Das Drei-Prozent-Ziel der Bundesregierung ist damit erreicht.

Einen weiteren Rekord gab es beim Forschungspersonal: Auf Vollzeitstellen umgerechnet gab es 416.000 Beschäftigte in den Forschungsabteilungen der Wirtschaft, das ist eine Steigerung von 11,9 Prozent. Der Stifterverband erhebt die FuE-Zahlen jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch die Automobilindustrie und ihre Dienstleister. 21,7 Mrd. Euro hat die KFZ-Branche in eigene Forschung und Entwicklung investiert, das sind zehn Prozent mehr als 2014. Zusätzlich vergaben diese Unternehmen für 10,2 Mrd. Euro Forschungsaufträge an externe Dienstleister wie Forschungseinrichtungen oder andere Unternehmen, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Deutliche Steigerungen bei den Forschungsausgaben gab es bei den Chemieunternehmen (plus sechs Prozent), in der Pharmabranche steht einer Stagnation bei der eigenen Forschung (minus 0,9 %) ein deutliches Plus bei der Auftragsforschung gegenüber (plus 25 %). 

Mittelstand forscht 

Insgesamt ist das Ziel der Bundesregierung, jährlich drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung einzusetzen, 2015 erstmals erreicht worden. 2014 lag der Wert bei 2,88 %. Zuvor war der FuE-Anteil 2013 rechnerisch auf 2,82 % gesunken, weil im Zuge einer Umstellung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung in der EU das BIP gestiegen war. Dieser Knick ist jetzt dank der Rekordausgaben für Forschung und Entwicklung mehr als ausgeglichen. 

Eine bemerkenswerte Entwicklung gibt es im Mittelstand, der deutlich forschungsfreudiger wird: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten haben 16 % mehr für eigene Forschungsprojekte ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Gerade in Branchen, die insgesamt stagnieren, könnte von diesen Unternehmen in den nächsten Jahren eine neue Wachstumsdynamik ausgehen. Dazu gehören insbesondere der Maschinenbau (insgesamt minus 0,2 Wachstum, aber plus rund zehn Prozent bei den KMU) und die Information und Kommunikation (insgesamt plus 0,4 % Wachstum, aber plus 24 % bei den KMU).