Forschung Lidl finanziert 20 Lehrstühle für Digitalisierung

Der Bildungscampus in Heilbronn nimmt im WS 2018/2019 seinen Betrieb auf.
Der Bildungscampus in Heilbronn nimmt im WS 2018/2019 seinen Betrieb auf.

Die TU München bekommt eine neue Außenstelle. In Heilbronn, am Stammsitz von Lidl, entsteht ein neuer Campus. 13 neue Lehrstühle entstehen in Baden-Württemberg, sieben in München, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Forschungsschwerpunkt: Digitalisierung von Unternehmen.

»Das ist saumäßig viel Geld«, zitiert die Zeitung TU-Präsident Woflgang Herrmann, »ich bin sicher, das ist die größte Stiftung in der deutschen Hochschulgeschichte.« Starten soll die Lehre im Wintersemester 2018/2019 – die Profession der Betriebswirtschaft profitiert von dem Engagement der Dieter-Schwarz-Stiftung. 

Die Professoren, ihre Assistenten und die Studierenden werden sich in Heilbronn mit dem Wandel durch Digitalisierung, mit Unternehmensgründung und mit Familienunternehmen beschäftigen, heißt es in dem Bericht, ein Wunsch vom Stifter. Die Forschungsergebnisse der neuen Professuren werden unmittelbar in die Lehre einfließen. Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Executive Education Angebote werden in Heilbronn künftige Führungskräfte des Managements ausbilden, die optimal auf die Arbeit in technologie-getriebenen Unternehmen vorbereitet sind. Diese interdisziplinäre Ausrichtung beginnt schon im Bachelorstudiengang, in dem alle Studierenden neben BWL auch ein Technikfach lernen. Abgerundet wird das Programmportfolio am TUM Campus Heilbronn durch die Möglichkeit zur Promotion, schreibt die Stiftung. 

Ist die Freiheit der Wissenschaft in Gefahr? Nein, versichern die Gründer. Die Stiftung habe »trotz der gigantischen Investition« nicht versucht, Einfluss auf die Ausrichtung der einzelnen Professuren zu nehmen. Es gebe nicht einmal den Wunsch, bei den Berufungsverfahren als Gast dabei zu sein, was bei Stiftungs-Professuren nicht unüblich sei, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Die Stiftung der 20 Professuren ist an keinerlei Auflagen gebunden, wie Präsident Herrmann betont: »Weder die Ausrichtung noch die Berufungen und Lehrinhalte werden durch die Stiftung im geringsten beeinflusst. Auch die Forschungsinhalte sind in der individuell freien Entscheidung der Professorenschaft (Art. 5, Abs. 3 GG), und im Übrigen folgt die Stiftungsvereinbarung dem verbindlichen TUM Fundraising Code of Conduct.«