Lektionen für Leitende

Wissen Unternehmenschefs eigentlich, was ihre Mitarbeiter von der Führung des Unternehmens halten? Ob sie persönlich von ihrer Crew als Vorbild, Abziehbild oder als Negativ betrachtet werden? Antworten signalisieren den Grad der Mitarbeiterzufriedenheit und deuten auf den künftigen Rekrutierungsaufwand. Und liefern den Personalentwicklern eine Menge Argumente.

Prima eingeschlagen hatte der neue Entwicklungsleiter, schon nach einem guten halben Jahr schwärmte die ganze Chefetage in höchsten Tönen von dem jungen Mann. Nur war der nach knapp anderthalb Jahren auch schon wieder weg. »Eine neue Herausforderung annehmen«, lautete die offizielle Abschiedsformel. »Von oben ausgebremst«, mutmaßten die Kollegen. Nur die Frau des Dr.-Ing. kannte die wahren Beweggründe für den schnellen Ausstieg.

»Richtig stolz ist er nicht auf die Firma«, verriet sie und bat darum, den Namen lieber nicht zu nennen. »Anfangs glaubte er ja noch, kräftig mit anschieben zu können. Doch vom letzten Führungskräftemeeting ist er sehr nachdenklich zurückgekommen. Ich glaube«, fasste sie ihre Vermutung in die Form eines verbalen Tiefschlags, »er ist irrsinnig enttäuscht von seinem Chef«.

Fast jeder zweiten Nachwuchsführungskraft geht das offenbar ganz genauso, ermittelte das Berliner Trendence Institut. In Zusammenarbeit mit e-follows.net hatten die Meinungsforscher rund 4000 junge Akademiker mit wirtschaftswissenschaftlichem oder technischem Hochschulabschluss zu ihrem Traumunternehmen, ihrer Jobzufriedenheit und ihren Karriereerwartungen befragt. Ein wichtiges Ergebnis: Rund zwei Drittel der Young Professionals planen innerhalb der kommenden zwei Jahre einen Jobwechsel.