Karriere Könnten Sie Manager?

Welchen Herausforderungen stehen junge Top-Manager heute gegenüber? Und wie kommen sie klar im Spannungsfeld zwischen den hohen beruflichen Anforderungen und dem Wunsch nach Familie und Freizeit? Im Gegensatz zu ihren Vorgängern haben junge Vorstände heute veränderte Vorstellungen von ihrem Berufsleben - und mehr Erfahrung.

Was motiviert junge Top-Führungskräfte zu ihrem Job? Und was bremst sie? Haniel und Kienbaum haben dazu in den vergangenen Monaten persönliche Interviews mit 76 Vorständen geführt, die vor ihrem 45. Lebensjahr die erste Führungsebene erreicht haben.

Familie und Work-Life-Balance stehen demnach ebenso wie teamfähiges Führen, eine offene Kommunikation und wertegetriebenes Verhalten an die Spitze.

Gleichzeitig sind aber immer noch viele davon überzeugt, dass nur außergewöhnliches persönliches Engagement eine steile Karriere ermöglicht, was wiederum auf Kosten der eigenen Lebensqualität – und der des Partners geht.

Vielseitigkeit und der Blick über den Tellerrand sind weitere Erfolgsfaktoren für Top-Manager, die in Zukunft das deutsche Wirtschaftsleben prägen werden.

„Außergewöhnliches Engagement bleibt die zentrale Grundvoraussetzung für den Weg an die Unternehmensspitze. Allerdings verändert sich auch bei jungen Top-Managern das Wertegerüst: Familie und Balance gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dies hat erhebliche Konsequenzen auf die Unternehmensführung, von der Kommunikation über die Rekrutierung bis zu Karrieremodellen oder Vergütungs- und Anreizsystemen, denen sich Unternehmen heute stellen müssen“, sagt Stephan Gemkow, Vorstandsvorsitzender bei Haniel.

Junge Topmanager  arbeiten rund 60 Stunden pro Woche, reisen viel und sind häufig auch am Wochenende tätig. Nur 38 Prozent der Top-Manager arbeiten an Wochenenden in der Regel nicht. 22 Prozent der Befragten sagten aus, höchstens ein Wochenende im Monat zu arbeiten, sechs Prozent sind an bis zu zwei Wochenenden im Monat beruflich tätig. 34 Prozent machten keine Angaben.

Der Großteil der jungen Vorstände beschreibt geordnete Familienverhältnisse als sehr wichtig für ihre Karriere. 83 Prozent sind verheiratet, elf Prozent befinden sich in einer Partnerschaft. Immerhin 30 Prozent bemängeln jedoch ihre persönliche Work-Life-Balance. 40 Prozent denken, dass ihre Partner mit der Situation nicht zufrieden sind. Dieser Wunsch nach einem ausgeglichenen Berufs- und Privatleben zeigt eine ähnliche Tendenz wie die Ergebnisse der diesjährigen Generation Y-Absolventenbefragung von Kienbaum: Auf die Frage nach wichtigen Werten und Zielen nennen 74 Prozent Familie und Freunde an erster Stelle, gefolgt von Erfolg und Karriere (52 Prozent).