Vier Milliarden für deutsche Start-ups Kochboxen vor High-Tech  

Finanzinvestoren lieben E-Commerce: Der Kochboxlieferant HelloFresh bekam durch seinen Börsengang 268 Millionen Euro.
Finanzinvestoren lieben E-Commerce: Der Kochboxlieferant HelloFresh bekam durch seinen Börsengang 268 Millionen Euro.

Deutsche Start-ups konnten 2017 so viel Geld einwerben wie noch nie. Der Gesamtwert der Investitionen ist von 2,3 auf 4,3 Milliarden Euro geklettert – ein Anstieg um 88 Prozent. 

Berlin hat die Nase vorn: 69 Prozent der bundesweit investierten Summe flossen 2017 in Start-ups der Hauptstadt; im Vorjahr lag ihr Anteil noch bei 48 Prozent. Damit liegt Deutschlands Metropole gemessen an Investitionen gleichauf mit Paris und nur knapp hinter London.

Das geht aus einer neuen Studie Wirtschaftsberatung Ernst & Young (EY) hervor.

Das meiste Geld sammelte der Studie zufolge der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero ein: 989 Millionen Euro beim Börsengang im Sommer, wovon 423 Millionen Euro an das Unternehmen flossen. Schon im Mai war der südafrikanische Investor Naspers mit 387 Millionen Euro bei Delivery Hero eingestiegen. Und ebenfalls im Mai heimste der Berliner Auto-Großhändler Auto1 insgesamt 360 Millionen Euro von verschiedenen Investoren ein.

Der Kochboxlieferant HelloFresh bekam durch seinen Börsengang 268 Millionen Euro. Insgesamt kamen die Start-ups aus dem E-Commerce-Segment auf 1,8 Milliarden Euro – nach 438 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Mit 95 Transaktionen wurden hier auch die meisten Finanzierungsrunden gezählt.

Großunternehmen haben laut EY weiter Interesse an deutschen Start-ups – insbesondere im B2B-Bereich: Die Bereitschaft in deutschen Konzernen, mit innovativen Start-ups zusammenzuarbeiten oder sie ganz zu übernehmen, um den digitalen Wandel im eigenen Haus weiter voranzutreiben, sei im vergangenen Jahr nochmal kräftig gestiegen.

Auch im Bereich Health ist ein starker Anstieg zu verzeichnen: von 60 auf 71 Transaktionen und von 291 auf 522 Millionen Euro. Rückläufig waren hingegen die Summen, die in Start-ups im Bereich Energie flossen: Zwar stieg die Zahl der Finanzierungsrunden von zehn auf 15, das Investitionsvolumen hat sich allerdings von 231 auf 86 Millionen Euro mehr als halbiert.