Betriebliche Weiterbildung  KMUs investieren mehr als Großunternehmen

Auch seltene Meister, wie der Systemelektrotechniker-, der Informationstechniker- und der Elektrotechnikermeister für Kommunikation und Sicherheit, sind im Angebot.
In den Firmen setzt sich immer stärker ein Mix aus bewährten Weiterbildungs-Angeboten wie 'On the Job'-Training und neuen digitalen Techniken durch.

Unternehmen, die mit digitaler Technologie produzieren, investieren mehr Zeit und Geld in Weiterbildung als andere Betriebe, meldet das Institut der Deutschen Wirtschaft. Und nennt weitere Zahlen. 

Die Digitalisierung macht die Weiterbildung besonders notwendig und erleichtert sie gleichermaßen. So steigt durch die schnelle technische Entwicklung einerseits der Bedarf, Mitarbeiter zu qualifizieren. Andererseits werden die Möglichkeiten der digitalen Bildung vielfältiger.

Dies spiegelt sich in einer Befragung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) wider: Unternehmen, die mit digitaler Technologie produzieren, investieren mehr Zeit und Geld in Weiterbildung als andere Betriebe. »Größter Vorteil des digitalen Lernens ist, dass es sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren lässt«, sagt IW-Wissenschaftlerin Susanne Seyda.

Mitarbeiter können es zeitlich und räumlich flexibel einsetzen, Lerninhalte individuell zusammenstellen und so an ihren jeweiligen Bedarf anpassen. Rund die Hälfte der Unternehmen nutzt Lernvideos, Onlinekurse oder computerbasierte Selbstlernprogramme, 30 Prozent bieten unter anderem Apps an. Doch ganz auf klassische Seminare verzichten wollen die Betriebe nicht.

»In den Firmen setzt sich immer stärker ein Mix aus bewährten Angeboten und neuen Techniken durch«, sagt Seyda. Am häufigsten geht es bei der Weiterbildung neben dem beruflichen Fachwissen um die Kommunikations– und Kooperationsfähigkeit. Auch die IT-Kenntnisse der Mitarbeiter werden beständig ausgebaut.

85 Prozent der rund 1.700 befragten Unternehmen bilden ihre Angestellten weiter – im Durchschnitt mehr als 17 Stunden pro Jahr und Mitarbeiter. 

Kleine und mittlere Unternehmen investieren besonders viel in die Weiterbildung – pro Mitarbeiter durchschnittlich 1.167 Euro jährlich. Großunternehmen geben rund 150 Euro weniger aus. Eine Erklärung hierfür ist der Fachkräftemangel und die Schwierigkeiten kleinerer Unternehmen, passendes Personal zu finden. »Das beständige Weiterbilden hilft den Firmen, qualifiziertes Personal an sich zu binden«, erklärt Seyda.

In den letzten Jahren ist demnach vor allem eine Zunahme der informellen Formen der Weiterbildung – Informationsveranstaltungen, Lernen im Arbeitsprozess und selbstgesteuertes Lernen mit Medien – zu beobachten.

Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr 33,5 Milliarden Euro in Weiterbildung investiert. Davon entfallen 17,6 Milliarden Euro auf direkte Kosten wie Teilnahmegebühren oder Aufwendungen für Dozenten. Das sind nominal gut 11 Prozent mehr als im Jahr 2013.

Durchschnittlich hat sich jeder Mitarbeiter 17,3 Stunden weiterqualifiziert. Kleine Unternehmen sind zwar seltener aktiv in Sachen Weiterbildung, aber wenn, dann investieren sie mehr Zeit und Geld pro Kopf als größere Unternehmen. 

Mehr Infos gibt die neunte IW-Weiterbildungserhebung – Kosten und Nutzen betrieblicher Weiterbildung (Download).