Umwelttechnik Kluge Köpfe für große Aufgaben gesucht

Nur mit engagierten Naturwissenschaftlern und Ingenieuren kann die Umwelttechnik-Branche wachsen und Lösungen im Kampfe gegen den Klimawandel finden. Doch wie überall in den Ingenieurswissenschaften droht auch hier Fachkräftemangel. Eine Tagung soll bestehende Initiativen vernetzen und neue Wege finden.

In der malerischen Landschaft des bayerischen Oberlandes, vor Kochelsee und Benediktenwand, liegt Benediktbeuern. Hier treffen sich am 29. und 30. Oktober Experten aller Couleur, um darüber zu diskutieren, wie man den künftigen Techniknachwuchs begeistert. Zur Tagung »Kluge Köpfe für große Aufgaben - Herausforderungen im Umweltschutz meistern« laden die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die Freunde und Förderer des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) Benediktbeuern ein.

»Wir müssen neue Wege gehen, um den Menschen die enormen Herausforderungen des Klima- und Umweltschutzes klar zu machen. Und wir brauchen kluge Köpfe: naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs, um Lösungen für drängende Zukunftsaufgaben zu finden«, so DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. »Die Bedeutung des Klima- und Ressourcenschutzes wird weiter zunehmen, für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen«, ist Brickwedde überzeugt.

Um die Klimaveränderungen zu meistern, bedürfe es neuer naturwissenschaftlich-technischer Lösungen. »Wir sollten Umwelt- und Wissenschaftsthemen miteinander verknüpfen. Denn der Umweltschutz bietet mit seinen facettenreichen Fragestellungen viele spannende Themen, um Heranwachsende jeden Alters zu interessieren und ihnen naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge im Alltag immer wieder nahe zu bringen.«

So könne auch dem anstehenden Mangel an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren begegnet werden. Wenn dieser Fachkräftenachwuchs ausbleibe, seien die Folgen »dramatisch für die Innovationsfähigkeit von Wissenschaft und Wirtschaft, für den Wachstumsmarkt Grüner Technologie und für den Klima- und Umweltschutz.«

Alamierende Befunde

Aktuelle Befunde sind alarmierend. So möchte zum Beispiel laut dem von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) im Juli vorgestellten »Nachwuchsbarometer Technikwissenschaften« nur jeder zehnte Schüler Ingenieur werden. Von den an Technik und Naturwissenschaften Interessierten zieht es danach nicht einmal die Hälfte in Berufe dieser Disziplinen. »Angesichts dieser nachteiligen Entwicklungen müssen wir etwas tun. Interdisziplinär - und vor allem schnell«, fordert der Chef der weltweit größten Umweltstiftung.

Es sei wichtig, sich zu fragen: »Von der Wiege bis zum Berufseintritt: Wie können wir das Interesse von jungen Menschen an naturwissenschaftlich-technischen Themen altersgemäß wecken und fördern? Wie können wir sie für Fragen des Klima- und Umweltschutzes sensibilisieren und für Lösungen fit machen?« Die Tagung in Benediktbeuern soll ein Anfang sein und einen Überblick geben über bereits bestehende Aktivitäten und Initiativen in umweltrelevanten Branchen. »Nicht zuletzt sollen Impulse für strategische Partnerschaften gesetzt werden«, gibt Brickwedde das Tagungsziel vor.

Zu den Referenten zählen unter anderem Ralph Caspers, Autor und Fernsehmoderator (»Wissen macht Ah!«/ Westdeutscher Rundfunk); Dr.-Ing. Willi Fuchs, Direktor des VDI; Prof. Dr. Ute Harms, Direktorin am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften, Kiel; Dr. Torsten Henzelmann, Umwelttechnik-Experte bei Roland Berger Strategy Consultants und Autor der im Auftrag des Bundesumweltministeriums durchgeführten aktuellen Studie »GreenTech made in Germany 2.0«; Helmut Jäger, Geschäftsführer der Firma Solvis und stellvertretender DBU-Kuratoriumsvorsitzender; Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz. Anmeldungen zur Tagung sind bis zum 6. Oktober möglich.