Die Nachfrage nach Engineering-Dienstleistung steigt Kleben bleiben, wo es gefällt!

Worauf sollte man bei der Auswahl eines Arbeitgebers aus der Ingenieurdienstleister-Branche achten? Entscheidend sind neben der Bezahlung vor allem Karrierechancen und persönliche Weiterentwicklung. Als Sackgasse braucht man Engineering-Dienstleister aber nicht zu fürchten, vor allem nicht angesichts des aktuellen Ingenieurmangels.

Externe Ingenieure werden von Firmen immer häufiger eingesetzt: per Arbeitnehmerüberlassung, per Werkvertrag, als „Consultant“ oder außerhalb der Firma im Ingenieurbüro. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Lünendonk soll der Markt für solche Ingenieurdienstleistungen stark wachsen, weil der Bedarf an flexibel einsetzbaren, hochqualifizierten Kräften und Know How hoch ist und gleichzeitig die Fertigungstiefe immer stärker abnimmt, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie.

Der Einsatz von Leihingenieuren bietet Firmen Vor- und Nachteile. Zu den Nachteilen gehört, dass das Know-How, das die Fachkräfte auf Zeit in das Unternehmen einbringen, wieder abfließt, sobald sie die Firma wieder verlassen. Zudem müssen Zeitarbeiter jedes mal wieder aufs Neue eingearbeitet werden. Doch die Vorteile für ausleihende Firmen scheinen zu überwiegen. Allen voran schafft Leiharbeit eine größtmögliche Flexibilität bei der Belegschaft, stellt eine „atmende Organisation“ her: Zu Boomzeiten, wenn das eigene Personal die Arbeit nicht mehr schafft, setzt man auf zusätzliche Leihkräfte, die man bei Auftragsflauten schnell wieder abbauen kann, ohne die Stammbelegschaft antasten zu müssen. In Rezessionen sind externe Kräfte die ersten, die gehen müssen. So war es auch von 2008 auf 2009, als der Gesamtmarkt für Ingenieurdienstleistungen um 12 Prozent auf insgesamt 6,3 Milliarden Euro zurückging, während beispielsweise die ebenfalls stark gebeutelte Automotive-Industrie ihre Belegschaft in Forschung&Entwicklung nicht nur hielt, sondern nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie VDA sogar noch um 5,5 Prozent ausbaute. „Damit haben sich die Dienstleister im Krisenjahr 2009 als wichtiger Flexibilitätspartner der deutschen Industrie bewährt“, erklärt Hartmut Lüerßen, Partner bei der Unternehmensberatung Lünendonk, die Situation. Die Top 25 der Engineering-Dienstleister (Dazu gehören Firmen wie Ferchau, Brunel, Altran oder Yacht-Teccon, siehe Grafik) musste damals einen Umsatzrückgang von 6 Prozent verkraften. Der Markt insgesamt ging um 12 Prozent zurück.

Nun sitzt man als Leihingenieur nicht automatisch auf der Straße, wenn ein Projekt gekündigt wird. Denn das Gehalt zahlt der Verleiher, der versuchen wird, einen so schnell wie möglich in einem anderen Projekt unterzubringen, schließlich kostet der „Leerlauf “ eines Mitarbeiters bares Geld. Als Zeitarbeitnehmer ist man in der Regel beim Engineering-Dienstleister fest angestellt, erhält Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und andere soziale Leistungen. Auch die gesetzlichen  Kündigungsfristen muss ein Dienstleister einhalten. Freilich sinkt die Wahlfreiheit des Leiharbeiters nach bestimmten, spannenden Projekten  in wirtschaftlichen Flaute-Zeiten, ebenso müssen gegebenenfalls längere Anfahrtswege zum neuen Kunden in Kauf genommen werden. In Zeiten wie diesen, wo Ingenieure stark nachgefragt sind, sitzen gute Kandidaten dagegen am langen Hebel. Beispiel Mobilität, ein grundsätzlicher Schwachpunkt des deutschen Durchschnittingenieurs: »Unsere Niederlassungen sind in ganz Deutschland verteilt, so dass wir unseren Mitarbeitern einen wohnortnahen Arbeitsplatz anbieten können«, sagt beispielsweise Stefan Eichholz, Mitglied der Geschäftsleitung von Ferchau Engineering.