Start-up-Meetup mit Christian Lindner Kick für Deutschland

Zur Jahrtausendwende selbst mal Gründer, heute einer der wenigen mit Krawatte im Werk 1.
Zur Jahrtausendwende selbst mal Gründer, heute mit Krawatte im Münchner Werk 1.

FDP-Chef Christian Lindner macht Wahlkampf und will Münchens Start-up-Szene Aufbruchstimmung vermitteln: Gründer-Bafög, Bürokratie-Ab- und Breitband-Ausbau, Steuererklärung in Minuten und GmbH-Gründung in Tagen. Der Schlüssel dazu: »KIKK«.

Freitag Mittag in einer alten Fabrikhalle am Münchner Ostbahnhof.  Start-up-Flair. Es gibt Pizza und Softdrinks. Christian Lindner macht Wahlkampfstation in München, auf Einladung der örtlichen FDP. Das Thema heute: Mehr Start-up-Kultur für Deutschland. 

Ganz sein Ding, will er vermitteln. Kurz vor dem Crash der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende hatte Christian Lindner selbst mal etwas Gründer-Luft geschnuppert und war eine Beteiligung an einem Startup eingegangen. »Ein lehrreiches Engagement«, wie er betont. Doch dann habe nach dem Platzen der Blase erstmal der »atomare Winter« für die Gründerszene eingesetzt. 

Schaffen wir das?

»Was die Gründungsdynamik angeht, sind wir nicht so gut, wie wir sein müssen«, doziert der FDP-Chef.  Damit Deutschland seinen Wohlstand auch in 20,  30 und 40 Jahren behaupten könne, müsse vieles besser werden. Mehr Tempo, mehr Digitalisierung und daraus resultierende Geschäftsmodelle.

Allein: »Wir werden niemals wie das Silicon Valley!« Ein vergleichbares Ökosystem aus Spitzenhochschulen wie Stanford, Kapitalgebern und Dienstleistungen drum herum  – »schaffen wir nicht!« Auch Israel sei besser aufgestellt, was kein Wunder sei aufgrund des großen Militär-Etats, das auch in Startups investiert werde. Und auch geopolitisch sei Israel stärker bereit, Wagnisse einzugehen.  Das alles sei eine andere Mentalität - »schaffen wir nicht!«

Aber es sollte schon der Anspruch Deutschlands sein, sich zumindest an den Niederlanden vorbei zu schieben. Und wenigstens in Kontinental-Europa Nummer Eins zu werden in Sachen Gründerdynamik. »Wir sind ja nicht weniger qualifiziert oder weniger einfallsreich«. Es liege vielmehr an politischen Rahmenbedingungen und an Mentalität, warum Deutschland sein Potenzial bisher nicht ausschöpfe.

Die Lösung, die Christian Lindner den rund 150 Zuhörern im Werk 1 am Münchner Ostbahnhof vorschlägt, heißt »KIKK«:  Köpfe, Infrastruktur, Kapital und Kultur. Mehr Kick mit ‘KIKK’?