DEKRA Arbeitsmarkt-Report IT läuft Ingenieurwesen den Rang ab

Die Fachrichtung Maschinen- und Fahrzeugbau rutschte auf Platz 13 und ist erstmals seit 2010 nicht unter den Top-Ten-Berufen.
Die Fachrichtung Maschinen- und Fahrzeugbau rutschte auf Platz 13 und ist erstmals seit 2010 nicht unter den Top-Ten-Berufen.

IT-Fachkräfte sind derzeit noch gefragter als Ingenieure. Das ist eines der Ergebnisse des neuen DEKRA-Arbeitsmarkt-Reports. Am häufigsten gesucht werden Vertriebsleute. Elektroingenieure liegen vor Maschinenbauern.

Der neue Arbeitsmarkt-Report der DEKRA Akademie zeigt, welche Berufe derzeit besonders gefragt sind. Für den Report wurden die Stellenanzeigen aus Printpublikationen, Online-Jobportalen und einem sozialen Netzwerk analysiert. Die 15.111 offenen Stellen verteilten sich auf insgesamt 214 Berufe und Tätigkeiten.

In den Top-Ten-Berufen finden sich alte Bekannte und Newcomer: Auf Platz 1 liegen in diesem Jahr Kundenbetreuer. Sie spielen in Unternehmen mit beratungsintensiven Produkten wie in der Elektro- und IT-industrie eine wichtige Rolle.

Auf Platz zwei liegen Wirtschaftswissenschaftler, die vor allem von Unternehmensberatungen gesucht werden: Bei fast jeder zweiten Position, bei der die Branche des Arbeitgebers erkennbar war, ist der Bewerber später dort tätig. Unternehmen verstärken ihr Finanz- und Rechnungswesen darüber hinaus mit nicht-akademischen Experten.

Im technischen Bereich suchen Unternehmen vor allem Elektroniker, Software-Entwickler und Elektroingenieure. Erstmals finden sich Mechaniker unter den Top-Ten-Berufen. Für den Anstieg mach der Report die Produktionssteigerung infolge der guten Wirtschaftslage verantwortlich.

Nahezu jedes zehnte Stellenangebot richtet sich an Bewerber mit IT-Hintergrund (9,2 %). Software-Entwickler liegen an siebter Stelle der Top-Ten-Berufe. Mit der zunehmenden Digitalisierung steigt auch der Beratungsbedarf, weshalb der Stellenanteil von IT-Beratern kräftig zugenommen hat. Auf Anwenderseite fehlen vor allem IT-Fachleute wie Systemadministratoren.

Ingenieure haben weiterhin Oberwasser, insbesondere wenn sie auf Elektrotechnik spezialisiert sind. Innerhalb der Ingenieurberufe entfällt fast jedes dritte Stellenangebot auf sie (30,9 %). Die Fachrichtung Maschinen- und Fahrzeugbau hingegen rutschte auf Platz 13 und ist damit erstmals seit 2010 nicht unter den Top-Ten-Berufen. Der Bericht sieht den Grund in den gestiegenen Absolventenzahlen in diesem Fach. Architekten und Bauingenieuren machen fast jede fünfte offene Ingenieurstelle aus (19 %).

Den DEKRA-Arbeitsmarkt-Report gibt es seit 2008. In diesem Zeitraum hat der Anteil der wissensintensiven Berufe deutlich zugenommen: Knapp die Hälfte aller Anzeigen (49,1 %) sind in diesem Jahr den Berufsfeldern „Beratung“ und „Entwicklung“ zuzuordnen. Zum Vergleich: 2008 waren es noch 42,4%. Der Anteil des Berufsfeldes „Service“ (Verkauf, Gastgewerbe oder Gesundheitspflege) ist auffällig gesunken.