Masterstudiengang »Elektrochemie und Galvanotechnik« Innovative Nanobeschichtungen studieren

Seit letztem Wintersemester gibt es einen Masterstudiengang »Elektrochemie und Galvanotechnik« an der TU Ilmenau. Das Studienprofil orientiert sich stark an den Bedürfnissen der Galvano- und Oberflächenbranche. Absolventen haben beste Berufsaussichten, unter anderem in Energieversorgung und Elektromobilität.

Potenzielle Arbeitgeber können Interessierte zum Beispiel auf der vom 24. bis zum 26. Juni stattfindenden Q&S in Stuttgart kennenlernen, der internationale Fachmesse für Oberflächen und Schichten. Dort geht es unter anderem um Korrosions- und Verschleißschutz in der Fahrzeugindustrie, Edelmetallkontakte in der Elektronik oder funktionelle Oberflächen in der Medizintechnik, zum Beispiel Implantate. Absolventen haben beste Berufsaussichten in den Industriezweigen Medizintechnik, Elektronik und Telekommunikation, Metallverarbeitung, Automobil-, Flugzeug- sowie Maschinen- und Anlagenbau. Als besonders zukunftsträchtige Felder gelten zudem die nachhaltige Energieversorgung und die Elektromobilität.

Für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich macht sich der Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO) stark. So gibt es seit 2010 die Stiftungsprofessur „Elektrochemie und Galvanotechnik“ an der Technischen Universität Ilmenau. Professor Andreas Bund leitet den Lehrstuhl, seine Arbeitsgebiete liegen im Bereich der elektrochemischen Oberflächentechnik sowie der Energiespeicherung und -umwandlung.
Forschungsschwerpunkte der Stiftungsprofessur sind neben der elektrochemischen Oberflächen- und Energietechnik auch die digitale Simulation entsprechender Prozesse, ionische Flüssigkeiten als reaktive Medien in der Elektrochemie sowie leitfähige Polymere.

Ein aktuelles Forschungsvorhaben ist zurzeit Alti2De. Das Kürzel steht für Alternative coatings to cadmium & hard chromium with potential for 2nd generation developments. Ziel ist die REACH-konforme Entwicklung neuer Beschichtungen, die sämtliche der hohen Anforderungen der Luft- und Raumfahrt erfüllen. Im Projekt "Linking of Model and Commercial Active Materials for Lithium Ion Batteries by In-situ Determination of Thermodynamic and Kinetic Data" geht es hingegen um die Entwicklung umweltfreundlicher Energie aus Lithiumionenbatterien als effiziente und skalierbare elektrochemische Energiespeicher.
Ebenso spannend ist LasVeGaS – dahinter verbirgt sich die "Langzeitstabile Vorderseiten-Metallisierung auf Basis umweltfreundlicher galvanischer Schichten". Ziel dabei ist es, die Produktkosten durch die Optimierung der Vorderseitenkontaktierung von Siliziumsolarzellen deutlich zu verringern.

Den Masterstudiengang "Elektrochemie und Galvanotechnik" kann man mit Bachelor-Abschluss in Werkstoffwissenschaft, Materialwissenschaft, Werkstofftechnik oder einem anderen naturwissenschaftlichen, ingenieurwissenschaftlichen oder technischen Abschluss absolvieren. Der viersemestrige Studiengang richtet sich an Interessenten, die eine Spezialisierung auf dem Gebiet der Elektrochemie und Galvanotechnik anstreben. Das Masterstudium setzt seinen inhaltlichen Fokus auf elektrochemische Vorgänge. Aktiv mitarbeiten kann man bei Projekten zur Entwicklung von Aktivmaterialien und Elektrolyten für elektrochemische Speicher, zu  neuen Schichtsystemem (Metalle, Legierungen, Komposite)  sowie an der numerischen Simulation elektrochemischer Prozesse.

 "Absolventinnen und Absolventen des Masterstudienganges erwartet eine exzellente Perspektive mit einem breiten und spannenden Tätigkeitsspektrum in forschungs- und innovationsorientierten Berufsfeldern", wirbt Andreas Bund, der nach dem Sommersemester 2015 die ersten Masters of Science in die Industrie schicken kann.

Sie sollen dort oder in Forschungseinrichtungen grundlagenorientierte und anwendungsnahe Herausforderungen der elektrochemischen Forschung und Entwicklung meistern. Das erworbene Fachwissen ermöglicht ihnen eine selbstständige und rasche Einarbeitung in zukünftige Technologien der Elektrochemie und Galvanotechnik sowie angrenzender Gebiete wie Werkstoffwissenschaft oder Plasmatechnik.