Eye-Tracking-Studie zu Stellenanzeigen Ingenieure lesen nur noch quer

Informatiker und Ingenieure lesen Online-Stellenanzeigen nicht mehr linear von oben nach unten. Darauf sollten sich Arbeitgeber einstellen und Abschied nehmen von herkömmlichem "Wir suchen", "Sie bieten".

Wie eine neue Eye-Tracking-Studie der Jobbörse Jobware in Kooperation mit USEYE zeigt, springen ihre Augen bei jedem Jobinserat kreuz und quer über den Text. Nur 34 Prozent von ihnen gelangen bis zum Ende, 66 Prozent nicht.

Geisteswissenschaftler und Betriebswirte zeigen hingegen ein völlig anderes Leseverhalten. Sie lesen seriell. Von ihnen halten 60 Prozent bis zum Ende der Stellenanzeige durch, um dort das meist wenig aufmerksamkeitsstarke Element „Ansprechpartner” zu fokussieren.

Darüber hinaus lesen sie auch deutlich entspannter und widmen einzelnen Elementen deutlich mehr Zeit. Die Augen der Geisteswissenschaftler bleiben zum Beispiel im Durchschnitt 38,5 Prozent länger am Logo hängen als die der MINT'ler.

Warum das so ist, darüber darf spekuliert werden. Womöglich lässt die gute Arbeitsmarktsituation für Ingenieure das Interesse an konventionellen Stellenanzeigen sinken. Eine Herausforderung für Employer-Branding-Strategen.

„Wer sicherstellen will, dass Informatiker und Ingenieure die Inhalte einer Stellenanzeige richtig wahrnehmen, sollte Querlesen unterstützen und die wesentlichen Informationen deutlich hervorheben, zum Beispiel durch Zwischenüberschriften, Bulletpoints und zweispaltige Anzeigen”, so Dr. Wolfgang Achilles, Geschäftsführer Jobware.