Tarifliche Azubi-Vergütung Industrie-Lehrlinge verdienen überdurchschnittlich

Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland (durchschnittliche monatliche Beträge sowie Anstieg gegenüber Vorjahr).
Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland (durchschnittliche monatliche Beträge sowie Anstieg gegenüber Vorjahr).

Die Tariflöhne von Auszubildenden sind das fünfte Jahr in Folge gestiegen. So verdienen Mechatroniker während ihrer Lehre 1027 Euro brutto im Monat, im Osten 1005. Sie liegen damit bundesweit auf Rang 3, nur in zwei Lehrberufen verdient man noch besser.

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind 2016 erneut deutlich gestiegen. Jedoch hat sich der Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt etwas abgeschwächt. 859 Euro brutto im Monat verdienten die Auszubildenden durchschnittlich in Westdeutschland. Das bedeutet ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In Ostdeutschland erhöhten sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen allerdings um 4,9 Prozent auf durchschnittlich 807 Euro im Monat. Der Abstand zum westlichen Tarifniveau hat sich im Osten damit verringert: Es wurden nun 94 Prozent (2015: 92 Prozent) der westlichen Vergütungshöhe erreicht. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2016 bei 854 Euro pro Monat (+ 3,4 Prozent). Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2016.

Die Verdienste in den Ausbildungsberufen ist alles andere als homogen. Besonders hoch lagen 2016 die tariflichen Ausbildungsvergütungen in den Berufen des Bauhauptgewerbes – zum Beispiel Maurer/Maurerin – mit monatlich 1.042 Euro im Gesamtdurchschnitt. In Westdeutschland fielen sie mit durchschnittlich 1.090 Euro deutlich höher aus als in Ostdeutschland mit 897 Euro. Hohe Tarif-Gehälter erzielen auch die Lehrberufe Kaufmann/frau für Versicherungen und Finanzen (einheitlich: 1.028 Euro), Mechatroniker/Mechatronikerin (gesamt: 1.023 Euro, West: 1.027 Euro, Ost: 1.005 Euro) und Medientechnologe/Medientechnologin Druck (einheitlich: 963 Euro).

Kraftfahrzeugmechatroniker verdienen im Westen 765 Euro, im Osten 646 Euro.

Vergleichsweise niedrig waren die tariflichen Vergütungsdurchschnitte 2016 zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (einheitlich: 670 Euro), Bäcker/Bäckerin (einheitlich: 618 Euro), Florist/Floristin (einheitlich: 587 Euro) sowie Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin (einheitlich: 495 Euro).

Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden 2016 im Öffentlichen Dienst (einheitlich: 929 €) sowie in Industrie und Handel (gesamt: 921 €, West: 929 €, Ost: 858 €) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen die Vergütungen im Bereich der freien Berufe (gesamt: 769 €, West: 770 €, Ost: 745 €), in der Landwirtschaft (gesamt: 731 €, West: 751 €, Ost: 639 €) sowie im Handwerk (gesamt: 714 €, West: 719 €, Ost: 655 €).