Arbeiten als Softwareentwickler "In seltenen Fällen gibt es auch mal ein Drähtchen zu löten"

Thomas Braunstorfinger entwickelt als Laborleiter mit seinem Team Software für Signalgeneratoren. „Mit unseren Geräten lassen sich beispielsweise Mobilfunkempfänger, die u.a. in Handys oder Basisstationen vorkommen, ansprechen, um ihr Verhalten zu überprüfen. So unterstützen wir Hersteller von Mobiltelefonen dabei zu überprüfen, ob ihre Produkte auch noch aus schlechten Signalen Nutzeninformationen rekonstruieren können.“
Thomas Braunstorfinger entwickelt als Laborleiter mit seinem Team Software für Signalgeneratoren.

Thomas Braunstorfinger ist Leiter Softwareentwicklung Signalgeneratoren für Mobilfunktechnik bei Rohde & Schwarz. Vor allem Informatiker und Elektrotechniker teilen sich die Softwareebene und die darunterliegende hardwarenahe Schicht, die Embedded-Programmierung. Brainstormings und das Prinzip „Versuch und Irrtum“ dominieren ihren spannenden Entwicklungsalltag.

 „Legoingenieur werden“ – Als Sechsjähriger unterschied sich Thomas Braunstorfinger kaum von anderen Kindern dieses Alters. Heute hat der 47-Jährige seinen Wunsch praktisch verwirklicht, denn sein Beruf in der Softwareentwicklung ähnelt durchaus dem Kindheitstraum. „Im Grunde setze ich auch täglich Bausteine zusammen“, scherzt der Familienvater.

Bereits seit 1990 sind der studierte Informationstechniker Braunstorfinger und sein Arbeitgeber Rohde&Schwarz einander treu. Dass er „hier richtig“ ist, weiß Braunstorfinger spätestens immer dann, wenn sein Team in herausfordernden Projekten aufblüht.

Ein unsichtbares Band zu seinem heutigen Arbeitgeber gab es schon lange: Thomas Braunstorfinger trat in die Fußstapfen seines Vaters, einem ebenfalls langjährigen Mitarbeiter des Unternehmens. Wann immer es möglich war, Elektrotechnik-Luft zu schnuppern, nahm Braunstorfinger bei R&S einen tiefen Atemzug – in Form von Werkstudentenjobs, Praktika und schließlich seiner Diplomarbeit.

Heute entwickelt Thomas Braunstorfinger als Laborleiter mit seinem Team Software für Signalgeneratoren. „Mit unseren Geräten lassen sich beispielsweise Mobilfunkempfänger, die u.a. in Handys oder Basisstationen vorkommen, ansprechen, um ihr Verhalten zu überprüfen. So unterstützen wir Hersteller von Mobiltelefonen dabei zu überprüfen, ob ihre Produkte auch noch aus schlechten Signalen Nutzeninformationen rekonstruieren können. Indem wir Sender simulieren, schlüpfen wir in die Rolle eines Mobilfunkanbieters. Erforderlich ist dieser Aufwand, weil Handys als unzuverlässig gelten, wenn Telefonate in z.B. Tunnels oder Aufzügen abreißen. Hersteller von Mobiltelefonen können sich das immer weniger leisten.“

Die Spezialisten von Thomas Braunstorfinger verteilen sich im Wesentlichen auf zwei Teams. Mit der oberen Softwareebene der Signalgeneratoren, z.B. der Programmierung des User-Interfaces und der oberen Datenhaltungsschicht, befassen sich vorwiegend Informatiker. Die klassische Embedded-Programmierung übernehmen dagegen Elektrotechniker. Sie verantworten damit die darunterliegenden, hardwarenahen Schichten.

„Zu unserem Arbeitsalltag zählen beispielsweise Brainstormings und die anschließende Erstellung von Konzepten für neue Funktionen, die in der Software abgebildet werden. Auf Basis dieser Konzepte entwickeln wiederum Hardwareentwickler die von uns zu programmierenden Baugruppen. Doch auch das Nachmessen von Signalen oder das Bearbeiten von Interrupts zählt zu den Aufgaben meiner Mannschaft.“

Und weiter: „Auf der untersten, d.h. der hardwarenächsten Ebene gibt es in seltenen Fällen auch einmal ein Drähtchen zu löten.“
Dass die Arbeit nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ ein wesentlicher Bestandteil im Beruf eines Softwareentwicklers ist, störe dabei nicht. „Genau diese Herausforderung macht den Job für meine Leute spannend.“  

Mit der Leidenschaft vieler

Doch nicht nur Informatiker oder Elektrotechniker sind wichtige Teammitglieder, nach denen die Abteilung immer auf der Suche ist. „Eigentlich ist es fast gleichgültig“, so Braunstorfinger, „woher das Wissen zur Programmierung stammt. Natürlich ist ein Elektrotechnikstudium eine optimale Voraussetzung. Wenn aber beispielsweise ein Physiker oder ein Absolvent einer anderen Studienrichtung entsprechendes Know-how ins Team bringt, ist die Art seines Abschlusses weniger relevant. Typisch für unsere Mitarbeiter ist ihr Einsatz für das ‚große Ganze‘“.

Mit Leidenschaft erzählt Braunstorfinger dabei von einem Projekt, das bis vor kurzem einer großen Mannschaft eine sehr arbeitsintensive Zeit beschert hat und dessen erfolgreicher Abschluss nun alle mit Stolz erfüllt. „Vor einigen Wochen kam das neue Flaggschiff unter den Signalgeneratoren auf den Markt: Der High-End-Vektorsignalgenerator ‚R&S SMW200A‘. Ein so flexibles und hoch performantes Gerät mit dieser intuitiven Steuerung übertrifft alle derzeit verfügbaren Lösungen am Markt!“

„Das Team hat nicht nur auf fachlicher Ebene tolle Arbeit geleistet, auch die Zusammenarbeit, der Austausch, das ‚An-einem-Strang-Ziehen‘ war für den Entwicklungserfolg maßgeblich. Nicht zuletzt, da die Größe des Teams – auch Nachbarabteilungen waren beteiligt –  ein Komplexitätstreiber des Projekts war.“

„Dazu kommt allgemein, dass nicht nur die Entwicklungszyklen der Produkte kürzer werden; auch die damit verbundenen Prozesse haben sich im Laufe der Jahre verändert. Die klassische Führung im Verhältnis 1:30 ist kaum noch möglich. Stattdessen gilt es, die Verantwortung des einzelnen Entwicklers zu steigern und darüber hinaus die Zusammenarbeit im Team zu fördern. Rohde & Schwarz arbeitet hier mit Scrum. Im Rahmen dieses Ansatzes agiler Softwareentwicklung handeln die Mitarbeiter nach dem Prinzip der schrittweisen Verfeinerung. Zu den wichtigsten Prämissen des Konzepts zählen dabei die Ausstattung der Mitarbeiter mit allen erforderlichen Kompetenzen sowie die frühe und regelmäßige Lieferung von Softwareelementen.“

Stolz ist Braunstorfinger darauf, dass er seinen Mitarbeitern interessante, für zukünftige Technologien maßgebliche Aufgaben und Projekte bieten kann. „Das Spannende an unserer Arbeit ist, dass wir die Grundlagen für eine Vielzahl von z.B. Consumer-Technologien schaffen. Wir stellen gewissermaßen den Herzschlag in Forschung & Entwicklung für eine Vielzahl von Märkten sicher.“