Softwareentwicklung für Autos von morgen Ideenschmiede für Audi

Die Firma EFS aus Ingolstadt entwickelt Fahrwerkelektronik wie Stabilitäts- und Fahrerassistenzsysteme, ausschließlich für den Volkswagenkonzern und Audi.
Die Firma EFS aus Ingolstadt entwickelt Fahrwerkelektronik wie Stabilitäts- und Fahrerassistenzsysteme, ausschließlich für den Volkswagenkonzern und Audi.

Die Firma EFS entwickelt Fahrwerkelektronik wie Stabilitäts- und Fahrerassistenzsysteme, ausschließlich für den Volkswagenkonzern und Audi. Als „schnelles Beiboot“ und „Ideenschmiede“ erwartet Ingenieure ein spannendes Arbeitsumfeld und Einstiegsgehälter zwischen 47.000 und 52.000 Euro. Die Einstellungskriterien sind allerdings nicht weniger hoch als beim Mutterkonzern.

EFS sucht sowohl Elektroingenieure als auch Informatiker. Die Elektronische Fahrwerksysteme GmbH, kurz EFS, versteht sich als klassische Softwareschmiede für die Ingolstädter Audi AG. Das Unternehmen wurde 2009 als Joint Venture des Entwicklungsdienstleisters Gigatronik Ingolstadt GmbH  und der Audi Electronics Venture GmbH gegründet.

Warum hat Audi die Softwareentwicklung in ein  eigenes Unternehmen ausgegliedert und ist nicht bei Audi selbst integriert? Das sei absichtlich geschehen, erklärt EFS-Personalleiter Jörg Hoffmann: „ Wir verstehen uns als schnelles Beiboot und Ideenschmiede. Dazu ist es gut, wenn man sich außerhalb des Räderwerks eines Konzern bewegen kann.“  Der Einsatzort der Ingenieure sei zu 99 Prozent Ingolstadt. „Wir betreuen aber keine Serien, sondern arbeiten mit der Vorentwicklung zusammen an den Fahrzeugen der Zukunft, zum Beispiel an pilotlosem Fahren“, erklärt der Personalchef. Man sei somit sehr innovationslastig und zusammen mit dem Mutterkonzern „immer eine Spur voraus.“

Auch kulturell unterscheidet sich EFS: Duzen ist bis hinauf zur Geschäftsführung normal, es geht leger zu, mit flachen Hierarchien – „das sollte man schon mögen“, erklärt Jörg Hoffmann.

Für Absolventen sei Erfahrung in der Automobilbranche keine Voraussetzung, wichtig sei aber ein entsprechendes Interesse. Im Unternehmen selbst erfolgt dann ein rund einjähriger Feinschliff mit Schulungen in Fahrwerks- und Softwareentwicklung. „Wir bilden sehr intensiv aus“, erklärt Hoffmann, „etwa an der Audi Akademie, bei Externen wie zum Beispiel Vector oder beim TÜV. Das Studium dient somit vor allem als Basis.“

In diesem Jahr sucht EFS 15 Absolventen und 20 erfahrene Fachexperten. Was sollten diese mitbringen? „Leidenschaft für die Fahrzeugentwicklung und etwa sieben Jahre Berufserfahrung und ein entsprechendes Querschnittsdenken“, erklärt Hoffmann. „Wir befahren Neuland, Interesse, Leidenschaft und Engagement sowie die Fähigkeit, über den Tellerrand zu schauen, sind uns sehr wichtig. “

 

Neu eingestellte Ingenieure arbeiten während einer rund einjährigen Traineephase vom ersten Tag an selbstständig im Projekt mit und werden von einem sog. „Paten“ betreut. Als Entwickler arbeite man mit den branchentypischen Methoden und Werkzeugen, um den gesamten Softwareentwicklungsprozess vom Rapid Prototyping über die modellbasierte Entwicklung bis hin zur Codegenerierung und den jeweiligen Modul- und Integrationstests abzubilden. Hoffmann: „Wir entwickeln Softwaremodule, die die AUTOSAR-Strukturen und -Bausteine optimal nutzen, den angestrebten Funktionsumfang integral ergänzen und sauber auf den Strukturen und Bausteinen aufbauen.

Besonderen Wert legen wir auf die Wiederverwendbarkeit der Softwaremodule. Diese sollen schnell und mit geringem Adaptionsaufwand in neue Systemlösungen integrierbar sein. Wir generieren hardwarenahe Software, erarbeiten Supportdienste und entwickeln Funktionssoftware mit dem Ziel, ein Plug-and-play-Prinzip zu bewahren oder zu erreichen.« Ingenieure bei EFS arbeiteten als Projektmanager eng mit Herstellern und Systemlieferanten und der Vorentwicklung bei Audi zusammen. 

Fällt EFS die Rekrutierung schwer? „Wir spüren den Fachkräftemangel, die Masse an Bewerbern ist nicht mehr da“, sagt Hoffmann. »Viele Studenten kommen zu uns, etwa im Rahmen von Praktika oder Bachelor-Arbeiten. Doch längst nicht alle passen zu uns, wir wählen kritisch aus“.
Schließlich erwarte den Bewerber ein nicht austauschbarer Entwicklungspartner der Audi AG, der extrem hohe Anforderungen stelle. „Deshalb müssen wir ähnlich hohe Anforderungen an unsere Bewerber stellen“, so Hoffmann, „ und die Entscheidungsträger in den Fachabteilungen entscheiden mit!“. Dazu müssen sich Kandidaten nicht weniger als drei Vorstellungsgespräche à 1,5 Stunden unterziehen.  

EFS zahlt Absolventen Einstiegsgehälter zwischen 47.000 (Bachelor) und 52.000 Euro (für Master). Obendrauf  kommen laut Hoffmann noch Incentives, freie Getränke und Obst  sowie das Netzwerk des Volkswagen-Konzerns.  EFS beantwortet Fragen gerne auf seinem Stand auf der embedded world, Halle 5, Stand  5-237.