Arbeiten als Produktmanagerin bei Texas Instruments "Ich durfte mich ausprobieren"

Ulrike Behringer in typisch-amerikanischer Arbeitsumgebung, den sog. „Cubes“.
Ulrike Behringer in typisch-amerikanischer Arbeitsumgebung, den sog. "Cubes". Seit November 2012 arbeitete die 29jährige als Business Development Manager EMEA Sales&Marketing (vulgo "Produktmanager") im Bereich 16-bit ultra low power.

Ulrike Behringer ist als Elektroingenieurin bekanntermaßen eine eher seltene Spezies. Sie arbeitet als "Business Development Manager EMEA Sales&Marketing" bei Texas Instruments. Wir haben sie bei der Arbeit besucht.

Ab dem dritten Semester war Ulrike Behringer an der FH Mannheim allein unter Männern - die einzige Frau ihres Jahrgangs. Das Diplom hatte sie 2007 in der Tasche.

Ursprünglich wollte sie ja Physik studieren – doch als Behringer während eines Mechatronik-Praktikums feststellen musste, dass sie sowohl in Mechanik als auch in Elektrotechnik bestenfalls an der Oberfläche kratzte, fiel ihre Entscheidung mutig für Elektrotechnik. „Ein mulmiges Gefühl hatte ich schon, weil das Studium zu Recht als hart und schwierig gilt. Doch ich machte mit Mathe und Physik die Bereiche wett, wo ich nicht ganz so gut war“, erzählt sie.

Kommilitonen gab sie Nachhilfe in Mathe und ließ sich im Gegenzug Schaltungstechnik erklären – so kam sie erfolgreich durchs FH-Studium in Mannheim, das bei Elektrotechnikern einen hervorragenden Ruf hat.

Schon während des Studiums dort kam sie mit TI in Kontakt – und verlor ihn nie wieder. Ein Praktikum, Werkstudentin, Diplomarbeit – alles absolvierte die junge Frau in Freising und machte dabei offensichtlich einen so guten Eindruck, dass sie direkt nach dem Studium als Field Application Engineer für den Mikrocontroller TMSx70 einsteigen konnte.

Obwohl man als FAE ein breites Produktwissen mitbringen muss, um als technischer Experte Probleme beim Kunden vor Ort lösen zu können – gar nicht so einfach für einen Berufseinsteiger.  „Aber ich kannte TI ja inzwischen schon ganz gut.“ Gab es nicht noch weitere Job-Angebote? Sogar sehr viele. „Doch die Joboptionen hier haben einfach gepasst, schon die Aufgabenstellung der Diplomarbeit war mit Abstand die interessanteste“, erinnert sich Behringer. Ihr Ergebnis, einen Prototypen, hat sie sogar als Patent eingereicht.

Vier Jahre lang arbeitet Behringer nah an der Technik als FAE für den TMSx70 – um dann die Teamleitung einer Gruppe von 30 Leuten zu übernehmen. „Ich wollte ausprobieren, ob mir das liegt, hatte den Wunsch nach Weiterentwicklung.“

Sich ausprobieren – das klingt wie ein Wunschkonzert und viel verlangt von einem Arbeitgeber. Doch in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung und den Fachabteilungen konnte dies hier ermöglicht werden. „Man darf allerdings kein Wunder erwarten,  Leistung, Fähigkeiten und Motivation müssen stimmen, und manchmal muss man auch sehr geduldig sein“, sagt Behringer. „TI hat mich darin sehr gefördert, alle standen hinter mir.“

Knapp zwei Jahre arbeitete Behringer als Teamleiterin, führte Vorstellungsgespräche, setzte operative Akzente.  Doch die Technik fehlte irgendwann  – wieder konnte eine passende Lösung für beide Seiten erarbeitet werden. Seit November 2012 arbeitete die 29jährige nun als Business Development Manager EMEA Sales&Marketing (vulgo „Produktmanager“) im Bereich 16-bit ultra low power.

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Besuch bei Texas Instruments

Bei unserem Besuch bei Texas Instruments haben wir vier Mitarbeitern in unterschiedlichen Positionen über die Schulter geschaut, zum Beispiel Ulrike Behringer, die als “Business Development Manager EMEA Sales&Marketing” bei Texas Instruments arbeitet

„Meine Aufgabe ist es, den Vertrieb und die FAEs mit allen notwendigen Informationen zum MSP430 zu versorgen.“ Täglich verlassen Freising emails  Richtung Dallas, der Zentrale von TI. Rund einmal im Jahr ist ein Besuch Behringers dort geplant.  Durch ihre verschiedenen technischen Aufgaben und ihre Patentanmeldung konnte sie gute Kontakte zu mehreren „Tech Ladder“ -Mitgliedern knüpfen.

Vormittags stehen Telefonate mit Asien auf dem Programm, nachmittags mit den USA. Ohne Englisch wird es schwer: die Internationalität zieht sich wie ein roter Faden durch den Standort am Rande des Erdinger Mooses, unweit des Münchner Flughafens. Genauso wie die offene, typisch-amerikanische Arbeitsumgebung: halbhohe graue Stellwände unterteilen die Arbeitsbereiche in sog. „Cubes“, die entweder allein, zu zweit oder zu viert besetzt sind.

Lange Gänge, ein paar Grünpflanzen. Wer absolute Ruhe will, muss sich in einen Besprechungsbereich zurückziehen. Wie kann man da arbeiten? „Ich hab‘s mir schlimmer vorgestellt – man gewöhnt sich schnell daran und heute möchte ich es nicht mehr missen, denn es vereinfacht die Zusammenarbeit mit anderen Teams und fördert die Kommunikation.“ sagt Behringer.  

Was schätzt Behringer bei TI am meisten? „Ich würde vor allem die Weiterentwicklungsmöglichkeiten hervorheben, das „sich ausprobieren dürfen“, sagt sie spontan.  Die Zeit dafür räumt der Halbleiterspezialist ihr ein, ohne jedoch das Team zu vergessen: „Die Chemie muss schon stimmen, es wird darauf geachtet, ob man ins Team passt.“

Headhunter-Anrufe erhält Behringer regelmäßig – doch noch nie hat sie eine Offerte ernsthaft verfolgt . „Warum sollte ich? Die Aufgabe stimmt, das Team, das Gesamtpaket – selbst die Zeit als „MINT Role Model“ an der TU München hat man mir gewährt“.

Bei unserem Besuch bei Texas Instruments haben wir noch anderen Mitarbeitern über die Schulter geschaut, zum Beispiel dem Fab-Manager Dr. Martin Hummel, der bei TI darüber wacht, dass alle Maschinen, Ressourcen und Prozesse optimal ausgelastet sind. Wie er das macht, lesen Sie weiter unten unter "weiterführende Links".