Karriere Hardwarenahe Programmierer dringend gesucht!

Dynamischer Antriebsstrangprüfstand Pkw bei ZF. Der Getriebespezialist ZF Friedrichshafen beschäftigt allein in Deutschland mehr als 1000 Ingenieure in der Elektronikentwicklung. Die Produktschwerpunkte sind unter anderem Mechatronik für „x by wire“, Antrieb, Fahrwerk und Lenkung.
Dynamischer Antriebsstrangprüfstand Pkw bei ZF. Der Getriebespezialist ZF Friedrichshafen beschäftigt allein in Deutschland mehr als 1000 Ingenieure in der Elektronikentwicklung. Die Produktschwerpunkte sind unter anderem Mechatronik für „x by wire“, Antrieb, Fahrwerk und Lenkung.

Mittlerweile bestehen 90 Prozent der Innovationen in Fahrzeugen aus Elektronik oder Software. Das hat Auswirkungen auf das Recruiting, nicht nur in der Automobilzulieferindustrie. Ingenieure mit Elektronik- und Informationstechnik-Studium haben beste Karten.

Der Technologiekonzern ZF  beschäftigt allein in Deutschland mehr als 1000 Ingenieure in der Elektronikentwicklung. Die Produktschwerpunkte sind unter anderem Mechatronik für „x by wire“, Antrieb, Fahrwerk und Lenkung.

„Allein bei einem Getriebe werden permanent rund 400 verschiedene Signale mit anderen Steuergeräten ausgetauscht“, so Manfred Bek, Leiter Elektronik-Entwicklung bei ZF im Forschungs- und Entwicklungszentrum. Mittlerweile 90 Prozent der Innovationen werden im Fahrzeug durch Elektronik oder Software getrieben, von den Herstellungskosten macht die Elektronik mittlerweile immerhin 40 Prozent aus.

Der aktuelle Mitarbeiterzuwachs bei ZF  gehe deshalb derzeit maßgeblich auf das Konto der hardwarenahen Programmierung.

Vom gesamten Softwarequellcode werde über die Hälfte zu Diagnosezwecken, Wiederverwendbarkeit, zur funktionalen Sicherheit (z.B. Vermeidung von dynamischer Speicherverwaltung) benötigt, sagt Bek.  Auch Security sei natürlich ein Thema bei der Programmierung, wofür auch Informatiker eingesetzt würden. Dabei sei die Hauptmotivation aber nicht etwa ein „Angriff“ von außen, sondern vielmehr der Schutz vor unerlaubtem Tuning, denn in diesem Fall gehen alle Sicherheitszusagen verloren.

Dr. Michael Schanz,  Arbeitsmarktexperte beim VDE:  „Für all das brauchen Sie aber nicht etwa Informatiker,  sondern Absolventen der Elektrotechnik und Informationstechnik!“  Heißt das, dass Elektroingenieure in der Automobilbranche mittlerweile stärker gesucht sind als Maschinenbauer? In Summe natürlich nicht, stellt Schanz klar. „Aber der Trend geht eindeutig zu Elektro- und Informationstechnik!“  Sie würden schließlich nicht nur für Getriebe- und Fahrzeugsteuerung benötigt, sondern auch in der Bordelektronik, für Infotainment, Sensorik, Bussysteme etc. „Der Anteil der Elektronik nimmt immer weiter zu, soviel ist klar!“

Auf diesen Trend haben sich auch Ingenieurdienstleister eingestellt. Katharina Hain, Abteilungsleiterin Recruitment Management bei der Hays AG:  "Die Nachfrage nach hardwarenahen Programmierern steigt seit einigen Jahren stark an. Bei uns sind bereits fast ein Viertel der von uns vermittelten Ingenieure in diesem Umfeld tätig. Gerade in der Automobilindustrie mit ihrem Konzept des vernetzten Automobils sind sie in den Bereichen Nachrichtentechnik, Car-Infotainment und Bordnetz gefragt. Hier geht es um die Programmierung von  App’s als auch die Car-to-Car- und die Car-to-X-Kommunikation. Jenseits der Automobilbranche steigt die Nachfrage in vielen Bereichen, vor allem der Telekomunikations- und Medizintechnikindustrie."

Und auch Denis Sisic, CEO der OSB AG, kann diesen Trend bestätigen: "Mit mehr als 40 Mitarbeitern im Bereich hardwarenaher Softwareentwicklung in München, insbesondere für sicherheitskritische Systeme im Automobilbau, ist dies für uns die mit Abstand bedeutendste Kompetenz. Aufgrund der stark steigenden Bedeutung intelligenter, elektronischer Systeme sind wir davon überzeugt, fest in einem wachsenden Markt verwurzelt zu sein."

Der VDE nimmt daher die gestiegenen Studienanfängerzahlen in Elektrotechnik erfreut zur Kenntnis. Mit Sorge allerdings betrachtet er die sinkende Popularität der Informationstechnik als Vertiefungsfach. Angehende Ingenieure möchten lieber an der Energiewende mitarbeiten – das zeigen neueste Zahlen aus der im Herbst erscheinenden Young Professionals-Studie des VDE: Studenten wählen daher immer häufiger das Vertiefungsfach Energietechnik, statt Informationstechnik. 

Ein Trugschluss: „Informationstechnik ist der Schlüssel für alles was „smart“ werden soll – insofern muss uns dieser Rückgang zu denken geben!“, so Schanz.  Die Informations- und Kommunikationstechnik sei Treiber für wichtige Megatrends wie Medizintechnik, Energie oder smarte Produktion und Automation. Immer mehr Produkte enthalten Sensoren, die Informationen aufnehmen und auswerten und die weitergeleitet werden müssen. „Die Informations- und Kommunikationstechnologie hat daher zu Unrecht ein Imageproblem“.

Ab 2020 sollen neue Internet-Technologien Zukunftstrends wie Industrie 4.0 und vernetzte Mobilität entscheidend prägen, meldet der VDE. Die Ausweitung des breitbandigen, mobilen Internets der Dinge auf bewegte Objekte und Echtzeitanwendungen, das "Taktile Internet", sei ein wichtiger Innovationsbereich, in dem Deutschland neue Wirtschaftszweige für sich und international erschließen kann.

Motor des Ganzen: Informations- und Kommunikationstechnik, nicht nur für die Automobilindustrie.