Generation 50 plus: Geheimnis Motivation

Arbeitnehmer im fortgeschrittenen Alter können weniger und kosten mehr als junge Mitarbeiter. Auf der Grundlage dieser Thesen wurden die Belegschaften in den letzten Jahren enorm verjüngt. Auch deshalb, weil viele Vorgesetzte und Personaler abwinken: »Die sind nicht mehr zu motivieren.« Sind sie aber doch. Nur hecheln sie längst nicht mehr jeder Mohrrübe hinterher.

Ältere Mitarbeiter, lernt der Azubi beim Umtrunk, sind diejenigen Kollegen, denen der Chef anlässlich ihres 50. Geburtstags einen Gratulationsvortrag samt Delikatessgebinde spendiert. Die Glückwünsche ähneln den Rückblenden im Film und begeistern das Publikum nur mäßig: Sie kreisen um die Leistungen des Mitarbeiters in der Vergangenheit und schließen regelmäßig mit dem Ausdruck der Hoffnung, die Jubilare mögen noch viele Jahre lang ihre Schaffenskraft bewahren.

Tags darauf werden die Schubladen auf- und wieder zugezogen. Auf der »erfahrenen Kraft« klebt nun das Etikett »älterer Mitarbeiter«, und mit unsichtbarer Schrift scheint daneben zu stehen: Auslaufmodell. Bedingt einsatzbereit. Nicht mehr zu ändern. Denn anders als bei den Jahrgängen des Franzosen im Fresskorb steht die Reife der Generation 50 plus vielerorts nicht mehr in hohem Kurs. Rund 40 Prozent aller deutschen Betriebe beschäftigen keinen einzigen »üFü« mehr.

Das wird sich zwar rächen, wenn der demografische Wandel die Beschaffung des Nachwuchses an exorbitant hohe Knappheitspreise knüpft. Doch wer sich akut nicht mit Rekrutierungsproblemen herumschlägt oder über einem neuen Konzept zur Personalentwicklung brütet, der verdrängt die bevorstehende Entwicklung und hofft, er käme ungeschoren davon.