Keine üppigen Steigerungen Gehaltsreport Elektronikindustrie 2014

Automatisierungstechnik und Medizinelektronik führen auch in diesem Jahr die Gehaltstabelle an. Im Schnitt sind die Gehälter aber nur um 1,9 Prozent gestiegen – insgesamt also ein eher „verhaltener“ Anstieg, denn noch vor Jahren waren 2 bis 3 Prozent die Regel. Warum ist das so?

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Der Gehaltsreport für die Elektronikindustrie 2014

Gut lachen hat, wer in der Automatisierung oder Medizinelektronik arbeitet. Lange Gesichter machen dagegen die Belegschaften in Photovoltaik und Computerhardware. Klicken Sie sich durch!

"Der persönliche Verdienst hängt auch immer davon ab, wie gut oder schlecht es der jeweiligen Branche geht, denn die Einkommen setzen sich immer stärker aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen, der sich am persönlichen und allgemeinen Geschäftserfolg orientiert", erklärt Dietrich Graf von Reischach, Geschäftsführer von Interconsult die aktuellen Gehaltszahlen. "Wir haben in Deutschland die merkwürdige Situation einer starken Binnenkonjunktur bei gleichzeitigen Problemen in den Exportmärkten, vor allem in den Schwellenländern und zunehmend in China. Als große Exportnation hat das natürlich direkten Einfluss auf die Gehälter".  

Erfolgreich läuft das Geschäft in diesem Jahr in den traditionell erfolgreichen Bereichen Automatisierungstechnik (plus 3,4 Prozent mehr Geld im Vergleich zu 2013) und Medizinelektronik (plus 3,1 Prozent Gehalt) – beide führen folgerichtig den diesjährigen Gehaltsreport an. Auch die Embedded-Industrie ist kräftig am wachsen, im Bereich Mikroprozessorsysteme gibt es dieses Jahr 2,1 Prozent mehr. Bei den Aktiven Bauelementen gab es 2,4 Prozent obendrauf, bei den Passiven 2,1 Prozent, bei EDA sogar 2,7 genauso wie bei den ASICs : 2,7 Prozent. Ebenfalls gelohnt hat sich die Arbeit in der Elektromechanik mit 2,1 Prozent Einkommensplus.

Weniger als 2 Prozent Einkommensverbesserung verbuchten aber auch etliche Branchen. So schnitt die Distribution nur mit 1,4 Prozent plus ab, Netzwerktechnologie mit 1,8 Prozent, Computersoftware mit 1,9 Prozent und ATE mit 1,7 Prozent. Die Messtechnik gibt 1,8 Prozent obendrauf, Halbleiterequipment 1,9 Prozent, IT und MIS 1,7 Prozent. Keinerlei Gehaltssteigerung – und das nun schon seit Jahren, hat hingegen die Solarbranche zu verzeichnen: 0,0 Prozent. Fast vernachlässigbar ist auch die Verbesserung im Bereich Computerhardware: nur 0,2 Prozent mehr.

Im Schnitt ist der Anstieg mit 1,9 Prozent "gebremst", große Sprünge gab es nicht. Das liegt an den konjunkturell bedingt niedrigeren Boni, die ausgeschüttet wurden und die bei immer mehr Ingenieuren ein fester Einkommensbestandteil sind. Woraus resultiert dieser Trend zu in Summe erfolgsabhängigen Gehältern? Zum einen entlastet es die Firmen in konjunkturell schlechteren Zeiten (Reischach: "Eine Firma muss sich die Gehälter leisten können"), zum anderen wird die persönliche Leistung messbar honoriert.

Dazu kommt eine gewisse Vorsicht bei den Unternehmen. Die Krise 2008 ist immer noch nicht überall überwunden "und steckt den Geschäftsführern noch in den Knochen!"Bonusausschüttungen "per Gießkanne", die sich am allgemeinen Unternehmenserfolg berechnen und auf die der einzelne nur wenig Einfluss hat, sind hingegen auf dem Rückzug.