1,8 Prozent plus in diesem Jahr Gehälter in der »Embedded Systems«-Branche

Die Embedded-Systems-Branche sucht händeringend Fachpersonal. Von der prächtigen Auftragslage profitieren nicht nur Selbstständige – auch angestellte Ingenieure können sich über ein Gehaltsplus von 1,8 Prozent freuen.

»Gulp« ist eine Projektbörse für selbstständig arbeitende Ingenieure. Wer Embedded Software entwickeln wolle und sich mit eingebetteten Betriebssystemen wie QNX oder VxWorks oder den eingebetteten Versionen von Standard-Betriebssystemen wie Embedded Linux oder XP Embedded auskenne, und Programmiersprachen für die Entwicklung der entsprechenden Software wie C oder C++, aber auch OSGi (Java) beherrsche, sei derzeit eine gefragter Mann resp. Frau, erzählt Gulp-Sprecherin Susanne Schödl. Denn auch wenn die Programmiersprachen »gewöhnlich« seien – die begrenzten Ressourcen an Speicherplatz und Rechnerkapazität, die für Eingebettete Systeme zur Verfügung stehen, machen die Softwareentwicklung in diesem Bereich zu einer Herausforderung.

Eine Auswertung der Projektanfragen habe ergeben, so erzählt Susanne Schödl, dass am häufigsten Skills zu modellbasierter Entwicklung  wie MATLAB/Simulink gewünscht würden, vor allem in der Automotive-Industrie. »Zum Testen der Software werde vermehrt die Umgebung der Anwendung, mit der das System kommuniziert, auf dem PC simuliert, Stichwort Software-in-the-loop oder Hardware-in-the-loop. Auch die Portierung von Microcontroller-Software oder die Messung von Signalen der Bus-Systeme gehörten neben der reinen Software-Entwicklung zu den am häufigsten geforderten Skills, so Schödl.

Freiberufliche Embedded-Spezialisten mit einem Profil auf der Gulp-Datenbank fordern im Schnitt einen Stundensatz von 69 Euro und liegen damit fünf Euro unterhalb des Durchschnitts: »Alle bei uns eingetragenen IT- und Engineering-Selbstständigen fordern durchschnittlich 74 Euro pro Stunde«, weil Susanne Schödl. Interessant sei der hohe Anteil im Bereich zwischen 70 und 90 Euro: Fast 78 Prozent der Embedded-Spezialisten fordern einen Stundensatz in dieser Bandbreite. »Embedded-Freiberufler wissen, was sie wert sind. Im Jahr 2012 lag der Anteil der Projektanfragen im Schnitt bei 5,4 Prozent, das ist ein relativ hoher Wert im IT-/Engineering-Projektmarkt.«, ergänzt Schödl. Der Nachfrageanteil liege seit Jahren immer um die 4 bis 5 Prozent – mit steigender Tendenz.

Im Jahr 2012 gab es einen Ausreißer nach oben: Im ersten Jahresviertel stieg der Anteil an Embedded-Projektanfragen bis auf 7,4 Prozent (März) – danach pendelte er sich wieder auf gewohntem Niveau ein. (Unter www.gulp.de/stundensatzkalkulator können sich Freiberufler einordnen).