Markt&Technik Roundtable »Innovation« Frischzellenkur durch Cluster

Wie können Mittelständler und Start-ups voneinander profitieren und traditionelle industrielle Cluster modernisieren? Auch darum ging es auf dem Markt&Technik Roundtable 'Wie kommt Innovation ins Unternehmen'. Prof. Gunther Olesch, Phoenix Contact, erklärt die Erfolgsstory von It's OWL.

Der Mittelstand möge doch bitte mehr mit Startups zusammenarbeiten, lautet die Forderung von akademischer und Berater-Seite. Was noch fehlt, sind Ökosysteme und Begegnungsstätten als Chance für traditionelle industrielle Cluster, sich zu modernisieren. Leuchtürme wie It's OWL zeigen wie es geht.

Start-ups sollen dem Mittelstand dabei helfen, innovativ zu bleiben und sich digital zu transformieren. Ihm dabei helfen, frische Ideen zu entwickeln und ihm gleichzeitig den Zugriff auf hochqualifizierte, mit Digitalisierung vertraute Fachkräfte ermöglichen. Umgekehrt könnten Gründer nicht nur das branchenspezifische Know-how des Partners, sondern auch seine Ressourcen und (Kunden-)Netzwerke nutzen, um schneller zu skalieren. Win-Win also.

In der Realität klappt das leider noch selten, nur sehr wenige Mittelständler arbeiten bereits mit Startups zusammen, weiß Innovationsberater Christopher Meyer-Mölleringhof, der sich unter anderem dem Matching dieser aussichtsreichen Paarung verschrieben hat.

Er weiß um die Fallstricke, die oft auch darin begründet liegen, dass sich die Königskinder oft schlichtweg nicht treffen: Der Mittelstand sitzt häufig in ländlichen Regionen, Gründer in Großstädten wie Berlin oder München. »Junge Gründer wollen eben nicht dort arbeiten und wohnen, wo um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden«, sagt Meyer-Mölleringhof. »Gute Leute arbeiten lieber für die Hälfte des Gehalts in Berlin als irgendwo in der Pampa ohne Kino, Einzelhandel, Kunst und Kultur. Ein pulsierendes Leben neben der Arbeit, das ist jungen Leuten wichtig.«

Meyer-Mölleringhofs Vision: „Freiheitszonen“ in Form regionaler Cluster und als Chance für Regionen, attraktiver für junge Leute und Firmengründungen zu werden. Der Berater denkt dabei etwa an Coworking-Spaces, die wie Clubs finanziert sind. »Wo der Mittelstand mit einsteigt, wo Startups sitzen und beide zusammen in völlig neuen Gegebenheiten arbeiten können. Der Vorteil: Keine Seite muss sich kulturell verbiegen, Startups können Startups sein, ohne die Regeln etablierter Strukturen. Und Konzerne und Mittelstand haben die Möglichkeit, auch mal rauszukommen aus ihrem eigenen Geflecht aus Revision, Datenschutz und Arbeitszeitmodellen. Mit solchen Begegnungsstätten kann man Zukunft bauen und gleichzeitig Regionen revitalisieren: Dann müssten nicht mehr alle nach München, dann müssten auch nicht alle mehr in München wohnen. Mit positiven Folgen für Mietmärkte, für Pendler, für den Verkehr, für die CO2-Bilanz. Denn wenn die Regionen aufgewertet wird, dann kommen die Leute auch. Und umgekehrt.«

Gute Idee, woran hapert es?