Vom FAE zum Dozenten Frag Lorandt

Will raus ins All, nicht aus dem Job: Lorandt Fölkel.
Will raus ins All, nicht aus dem Job: Lorandt Fölkel.

Lorandt Fölkel ist das Schulungsgesicht von Würth Elektronik. Digital und analog beantwortet er Fragen von Entwicklern aus der ganzen Welt. Seine Karriere begann in einem Radiogeschäft. Fölkels Geschichte ist eine Geschichte der Chancen, des Muts und der Lust auf Neues.

»Ich will noch einmal raus«, antwortet Lorandt Fölkel auf die Frage, was er denn in den nächsten Jahren für sich plant. Raus aus seinem Job? »Nein, die Atmosphäre verlassen, schwerelos sein«, erklärt der Elektrotechnik-Ingenieur von Würth Elektronik eiSos– ins Weltall. Spart er etwa auf Space-X? »Vielleicht«, lacht Fölkel, aber ein Parabelflug in Südfrankreich würde ihm für den Anfang schon reichen. »Der ist auch erschwinglicher.«

Der Chef ist beruhigt, denn Fölkel ist der Wissensvermittler bei Würth Elektronik. Der 49-Jährige reist um die ganze Welt und stellt sich auch in den digitalen Kanälen den Kunden und Interessierten. Während seine Kollegen auf der Embedded World den Messestand betreuen, diskutiert der in Rumänien geborene Deutsche mit Professoren aus Moskau über passive Bauelemente, erklärt in Webinaren neue Trends oder beantwortet via Twitter Fragen zu den Produkten – Fölkel spricht Deutsch, Englisch, Ungarisch, Rumänisch, ein bisschen Russisch,  Italienisch und Spanisch, vor allem aber spricht er aber die Kundensprache, die Sprache der Entwickler.

Immer wieder neue Perspektiven

»Wir stoßen bei Entwicklern oft auf wenig Wissen, wenn es um passive Bauelemente geht«, berichtet Fölkel. Dankbar lauschen die Kunden deshalb in den Seminaren dem Ingenieur – er wandelt sich vom Produktmanager zum Dozenten. »Der Job ist spannend, denn ich erhalte Einblicke in viele Industrie und Anwendungen. Das gemeinsame Engineering gewinnt an Bedeutung«, erklärt Fölkel. Die Beratung ist für Würth Elektronik ein wichtiger Vertriebsbaustein, denn die Waldenburger sahen in der Vergangenheit einen großen Nachholbedarf bei der Wissensvermittlung zu passiven Bauelementen. Heute sind Field Applications Engineers (FAE) wie Lorandt Fölkel einmal einer war, fester Bestandteil der Vertriebsmannschaft. »Ich war 2005 einer der ersten Anwendungsberater«, erinnert sich Fölkel. Würth Elektronik bot seinem Mitarbeiter eine neue Perspektive – wie schon sechs Jahre davor.

Neue Aufgaben mit Hand und Fuß

Fölkel mag Technik. Schon als Kind begeistert er sich für Naturwissenschaften und Elektronik. Doch in Rumänien konnte er keine Karriere machen, das war ihm schnell klar. 1990 wird Rumäniens und sein Wendejahr. Er verlässt seine Heimat als Radio-Fernsehtechniker und startet in Deutschland eine neue Karriere, ein neues Leben. Er repariert Fernseher und Radios, studiert neben dem Beruf Elektrotechnik und startet seine Ingenieurskarriere 1996 bei der R. Stahl AG in Künzelsau. Drei Jahre später unterschreibt er beim heutigen Nachbarunternehmen Würth Elektronik seinen Vertrag. Er wird als Produktmanager eingestellt, doch schnell merken die Vorgesetzten, Fölkel kann mehr, kann erklären und begeistern. Aus dem kleinen Außendienstteam ist mittlerweile eine Organisation mit über 600 Kollegen erwachsen und 2005 startet Fölkel seine neue Karriere als FAE. Zwei Jahre macht er den Job, dann bieten sich ihm neue Aufgaben. »Ich mache gerne Neues, aber es muss Hand und Fuß haben«, meint Fölkel. Er kümmert sich um die Schulungen, das Wissensmanagement und hat mehr Zeit für sein Lieblingsthema: Energy Harvesting. Ein eingeschlafenes Thema? »Nein, aber es gibt nur wenige Entwickler, die das können und manchmal merken sie gar nicht, dass sich mit dem Thema beschäftigen«, berichtet Fölkel. Energy Harvesting ist sein Thema. »Wir wollen uns da ganz vorne positionieren, bieten viele Schulungen an. 2020 kommen viele Produkte mit der Technik auf dem Markt«, prophezeit der Würth Elektronik-Mann. Er tut alles dafür: Osteuropa, Baltikum und Russland sind seine Märkte, er reist viel – und dann will er ja auch noch raus – ein bisschen zumindest.