Gartner: die fünf wichtigsten Social-Software-Trends für Unternehmen Firmen-Twitter statt E-Mail

Das US-Marktforschungsinstitut Gartner hat den Markt für Social Software untersucht und in seiner Studie »Predicts 2010: Social Software is an Enterprise Reality« die fünf wichtigsten Social-Software-Trends für Unternehmen prognostiziert.

Prognose 1: Social Services ersetzen E-Mail
Bis 2014 sollen 20 Prozent der Business-Anwender so genannte Social-Networking-Services als primäres Kommunikationsinstrument verwenden  - und nicht mehr E-Mail-Programme wie Outlook. Die Gartner-Analysten gehen davon aus, dass viele Unternehmen in den nächsten Jahren interne soziale Netzwerke aufbauen werden. In gleicher Weise werde den Mitarbeitern die Nutzung von privaten Accounts auf Social-Networking-Plattformen wie Facebook oder Twitter erlaubt. Zudem trete ein Generationswechsel ein: die nachrückenden, jüngeren Mitarbeiter seien bereits mit Social Media vertraut und tragen somit zur Etablierung der neuen Kommunikationsformen bei.

Prognose 2: »Firmen-Twitter« für die Echtzeit-Kommunikation
Bereits 2012 soll die Hälfte der Unternehmen Activity-Streams inklusive Microblogging-Funktionen (eine Art »Firmen-Twitter«) nutzen. Das ermögliche den Nutzer Echtzeit-Kommunikation und eine bessere und einfachere Zusammenarbeit, glaubt Gartner. So könnten beispielsweise Fachfragen schnell beantwortet oder neue Erkenntnisse rasch kommuniziert werden.
 
Prognose 3: 70 Prozent der Social-Media-Projekte werden scheitern
Es dürfte so werden wie bei früheren IT-Projekten auch: Sobald die IT-Abteilung Social-Media-Initiativen dominiert, ohne die Menschen, die damit arbeiten sollen, mitzunehmen, sind diese zum Scheitern verurteilt. Denn die IT sei naturgemäß zu sehr auf technologische Aspekte fokussiert, weiß Gartner.  Den Analysten zufolge dürften aus diesem Grund 70 Prozent der Projekte schief gehen. Wesentlich höher, nämlich bei 50 Prozent, liegen die Erfolgschancen, wenn Social-Media-Projekte aus dem Tagesgeschäft heraus angeschoben werden.  

Prognose 4: Kommunikation jederzeit und überall: Vorbild Smartphone
Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen 70 Prozent der für Collaboration und Kommunikation verwendeten Applikationen auf der Basis von Smartphones gestaltet sein. Den Marktforschern zufolge gibt es für Smartphones inzwischen integrierte Applikationen, die eine Reihe von ursprünglich eigenständig ausgelieferten Collaboration-Funktionen, wie zum Beispiel Myspace, Exchange, Facebook oder Twitter, zusammenführen. Diese sollen künftig auch für PCs verfügbar sein. Damit würden Business-User jederzeit in der Lage sein, auf vielfältige Weise mit unterschiedlichen Personen und Kontakten zu kommunizieren.

Prognose 5: Analyse bleibt aus
Bis 2015 wird nur ein Viertel der Unternehmen die Chance nutzen, zu analysieren, wie ihre Mitarbeiter in soziale Netzwerken kooperieren. Mögliche Verbesserungen der Leistungsfähigkeit und Produktivität durch Social Media bleiben somit aus, etwa wichtige Informationen über Datenflüsse und Interaktionen mit Kunden und Geschäftspartnern,  Kundenverhalten oder neue Marktchancen. Für Gartner liegt der Grund dafür u. a. in rechtlichen Unsicherheiten zum Datenschutz begründet, denn die Auswertungen müssten für alle Beteiligten jederzeit transparent sein und strenge datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllen.