VDI-/IW-Ingenieurmonitor: 70.000 offene Stellen in Ingenieurberufen Engpass Energietechnik

15.600 offene Stellen für Ingenieure der Energie- und Elektrotechnik sind laut neuer Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft nicht zu besetzen.
15.600 offene Stellen für Ingenieure der Energie- und Elektrotechnik sind laut neuer Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft nicht zu besetzen.

Selbst die Bundesagentur für Arbeit spricht mittlerweile von einem Ingenieurmangel: Im Schnitt gibt es pro gemeldeter offener Stelle weniger als zwei Bewerber. Auch den neuesten VDI/IW-Zahlen zufolge sind die Arbeitsmarkt-Aussichten für Ingenieure weiterhin sehr gut.

Gesamtwirtschaftlich waren im Februar 2013 in den Ingenieurberufen 69.600 offene Stellen zu besetzen – knapp 3 Prozent mehr als noch im Vormonat.  Dabei wurden in mehr als der Hälfte der Fälle Bewerber mit den Schwerpunkten Maschinen- und Fahrzeugtechnik (20.800) sowie Energie- und Elektrotechnik (15.600) gesucht.

Dem gegenüber standen noch 26.045 Arbeitslose in Ingenieurberufen, was einem einprozentigen Rückgang im Vergleich zum Januar entspricht. Im Durchschnitt aller Ingenieurberufe kamen damit im Februar 2013 auf einen Arbeitslosen 2,7 offene Stellen. Ein besonders großer Engpass herrschte bei Ingenieurberufen mit den Schwerpunkten Maschinen- und Fahrzeugtechnik (5,9) sowie Energie- und Elektrotechnik (4,7).

Letzteres überrascht nicht, denn Energiewende und die Transformation von Leitungsnetz und Stromversorgung, Stichwort "Smart grid", saugt Elektroingenieure mit Know-How in Leistungselektronik und Energietechnik auf. 

„Insbesondere die ingenieuraffinen und exportorientierten Industriefirmen blicken wieder optimistischer auf das laufende Jahr und stellen verstärkt ein. Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf“, kommentiert IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös die Daten des neuen VDI-/IW-Ingenieurmonitor.

„Die Erfolge bei den Absolventenzahlen im Ingenieurbereich helfen, die Intensität der Engpässe zu lindern. Gleichwohl sind die Arbeitsmarktperspektiven für Ingenieure weiterhin hervorragend“, so VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs.

Aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge haben sich die Engpässe in den Ingenieurberufen 2012 weiter verstärkt. Offene Stellen blieben immer öfter länger oder gänzlich unbesetzt. Die durchschnittliche Vakanzzeit nahm 2012 um 18 Tage auf 109 Tage zu, allgemein sind es nur 77 Tage. Inzwischen dauere durchschnittlich etwa dreieinhalb Monate, bis eine Ingenieursstelle besetzt werden könne, so die BA.

Nach ihren Angaben stieg die Zahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen in den Ingenieurberufen 2012 gegenüber dem Vorjahr bundesweit um 12% auf 14.676. Parallel nahm die Zahl der arbeitslosen Ingenieure um rund 9% auf 18.944 ab. Rechnerisch kamen im vergangenen Jahr auf eine gemeldete Ingenieursstelle 1,3 Bewerber und Bewerberinnen. Bei weniger als zwei Bewerbern pro Stelle spricht die Bundesagentur für Arbeit von einem Fachkräftemangel.

Insbesondere bei Maschinen- und Fahrzeugbauingenieuren zeige sich der Mangel, denn hier sei die Situation noch schwieriger als bei den Ingenieurberufen insgesamt. 2012 nahm die Zahl der gemeldeten Stellen gegenüber dem Vorjahr um 10,4% zu. Die Zahl der arbeitslosen Ingenieure im Maschinen- und Fahrzeugbau war mit -13,4% gegenüber 2011 überdurchschnittlich stark rückläufig.