Gastkommentar Ende mit dem Führungskräfte-Bashing

Sind die Führungskräfte für Milliardenverluste verantwortlich? Die Gallup-Studie legt das nahe, aber es gibt Kritik.
Sind die Führungskräfte für Milliardenverluste verantwortlich? Die Gallup-Studie legt das nahe, aber es gibt Kritik.

Der Persoblogger Stefan Scheller hat seine eigene Meinung zur aktuellen Gallup-Studie, die Führungskräften ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Für Markt&Technik kommentiert er die Ergebnisse.

Die Gallup-Studie zu Führungskräften sorgte in den letzten Wochen für Aufregung in den Unternehmen. Die Studienautoren rechnen vor: Durch schlechte Chefs verlieren die Unternehmen Milliardenbeträge. Stefan Scheller, HR-Experten und Blogger, kommentiert die Studie kritisch. Ein Einwurf: 

»Ich möchte ein paar Hintergründe beleuchten und die äußerst kritische Frage stellen, ob die Führungskräfte in Deutschland wirklich so schlecht sind wie ihr Ruf.

Unzufriedenheit der Arbeitnehmer weiterhin auf hohem Niveau

Die Gallup-Studie 2017 ist in dieser Woche veröffentlicht worden. Dabei zeigen sich mit dem letzten Jahr vergleichbare Ergebnisse, was die Zufriedenheit der Arbeitnehmer im Unternehmen angeht:

15% sind sehr mit ihrem Unternehmen identifiziert und hochmotiviert

70% sind nur mäßig emotional mit dem Arbeitgeber verbunden

15% sind stehen dem Arbeitgeber eher ablehnend gegenüber

Katastrophe oder nur Gaußsche Normalverteilung?

Was auf den ersten Blick wie ein Faustschlag ins Gesicht wirkt, lässt sich möglicherweise ein wenig anders deuten: 15%-70%-15%. An was fühlen Sie sich erinnert? Genau! Wenn man diese Prozentwerte grafisch abzeichnen würde, entspräche sie der Abstrahierung der bekannten Gaußchen Normalverteilung bzw. nähert sich ihr optisch an.

Es können keinesfalls pauschal die Führungskräfte an sich unter Generalverdacht gestellt werden! Und wie im Fall der Gallup-Studie sogar noch als Alleinschuldige für einen wirtschaftlichen Schaden von über 100.000.000.000 Euro verantwortlich gemacht werden.

Da würde ich eher die Gallup-Studie selbst mit der extrem dünnen Teilnehmerbasis von nur 1.413 Arbeitnehmern anzweifeln wollen. Jede hausinterne Mitarbeiterbefragung eines Mittelständlers bringt ein Mehr an Erkenntnis. Wobei ich hier noch nicht einmal die Ergebnisse anzweifele (Stichwort: erwartbare Normalverteilung), sondern mich vielmehr gegen die Schlussfolgerungen wende.«

Die gesamte Argumentation lesen Sie im Blog von Stefan Scheller.