Arbeitsmarkt-Studie Digitales Know-how wird zur Kernkompetenz

Das Thema Software gewinnt für Hella vermehrt an Bedeutung. Daher baut der Zulieferer den Berliner Standort seiner Tochter Aglaier aus.

55.000 Jobs für IT-Spezialisten seien unbesetzt, klagt der Bitkom angesichts einer neuen Studie, drei von vier ITK-Unternehmen litten unter Fachkräftemangel. Die Zahl der offenen Stellen ist um 8 Prozent steigen. Besonders gesucht: Software-Entwickler, Spezialisten für IT-Sicherheit und IT-Berater.

Der Mangel an IT-Fachkräften spitzt sich laut Branchenverband Bitkom weiter zu. In Deutschland gebe es derzeit 55.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, was einem Anstieg um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche. 2016 waren es 51.000 offene Stellen.

Freie Stellen für Softwareentwickler gibt es auf Markt&Technik JOB

Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte des Digitalverbands Bitkom. Für die repräsentative Umfrage wurden mehr als 1.500 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen befragt. In der IT- und Telekommunikationsbranche geben drei von vier Unternehmen (75 Prozent) an, dass aktuell ein Mangel an IT-Spezialisten herrscht. Vor einem Jahr waren es noch 70 Prozent.

Mehr als die Hälfte der ITK-Unternehmen (56 Prozent) erwartet, dass sich der Fachkräftemangel in Zukunft weiter verschärfen wird. Auch in den Anwenderbranchen werden IT-Spezialisten händeringend gesucht. Zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent) beklagen einen Mangel an IT-Spezialisten. Das sind 2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Besonders gesucht: Software-Entwickler, Spezialisten für IT-Sicherheit und IT-Berater, um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten

Von den 55.000 freien Stellen entfallen 23.500 auf die IT- und Telekommunikationsbranche. Den größten Bedarf haben Software-Anbieter und IT-Dienstleister mit 20.800 offenen Stellen. Anbieter von Produkten aus den Bereichen Hardware, Kommunikationstechnik oder Unterhaltungselektronik melden demgegenüber lediglich 2.000 freie Jobs. Bei den Anbietern von Telekommunikationsdiensten sind es nur noch 700.

In der ITK-Branche sind Software-Entwickler mit Abstand am stärksten gefragt. Knapp zwei Drittel der Unternehmen (63 Prozent), die freie Stellen für IT-Spezialisten haben, suchen Software-Entwickler. Von ihnen wird vor allem Know-how in Big Data (57 Prozent, +10 Punkte im Vergleich zu 2016), Industrie 4.0 (46 Prozent, +11 Punkte) und Cloud Computing (45 Prozent, +5 Punkte) erwartet. Stärker gefragt als im Vorjahr sind auch Entwickler für Social Media (41 Prozent, + 10 Punkte), Apps und mobile Webseiten (38 Prozent, + 2 Punkte) und Sicherheit (28 Prozent, + 8 Punkte). Neben Software-Entwicklern suchen die ITK-Unternehmen vor allem Anwendungsbetreuer/Administratoren (21 Prozent), IT-Sicherheitsexperten (20 Prozent) und IT-Berater (19 Prozent).

Sicherheitsexperten sind in allen Branchen gefragt

Die Anwenderunternehmen verzeichnen aktuell 31.500 freie Stellen für IT-Fachkräfte. Trotz rückläufiger Tendenz sind Anwendungsbetreuer und Administratoren weiterhin am stärksten gefragt (33 Prozent, -4 Punkte), gefolgt von Software-Entwicklern (30 Prozent, -1 Punkt) und IT-Sicherheitsexperten (20 Prozent, +3 Punkte).

Digitales Know-how wird auch jenseits des Arbeitsmarkts für IT-Fachkräfte immer wichtiger

Neun von zehn Unternehmen aller Branchen (89 Prozent) sind der Ansicht, dass Digitalkompetenz künftig genauso wichtig sein wird wie fachliche oder soziale Kompetenz. 7 Prozent meinen sogar, dass Digitalkompetenz in Zukunft die wichtigste Fähigkeit von Arbeitnehmern sein wird.