CeBIT-Umfrage Digitale Transformation - kein Jobkiller

Deutschland braucht neue Geschäftsmodelle.

Zur CeBIT hat der VDI eine Umfrage zur digitalen Transformation traditioneller Geschäftsmodelle veröffentlicht. Unter anderem, welche Auswirkungen Ingenieure und IT-Spezialisten für ihre eigenen Arbeitsplätze erwarten.

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Arbeiten in der digitalen Transformation

VDI-Umfrage zur CeBIT 2017.

Die befragten Fachleute sehen einen deutlichen Nachholbedarf in Deutschland für digitale Geschäftsmodelle. Eine große Hürde für Unternehmen: Es fehlen IT-Fachkräfte. 2016 gab es für Informatiker im Durchschnitt 23 Prozent mehr offene Stellen als im Vorjahr.

Gleichzeitig stellen neue Digitalkonzepte auch neue Anforderungen an Mitarbeiter. Doch wie wird die Digitalisierung der Arbeitswelt tatsächlich eingeschätzt? Drei Viertel der befragten Ingenieure sehen darin eine Chance. Während nur 10 Prozent eher Risiken befürchten. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Informationen, Big Data mit entsprechenden Analyseverfahren sind dabei wesentliche Effizienztreiber der Digitalen Transformation.

Für das Gelingen der digitalen Transformation ganz entscheidend sind ausreichend viele IT-Fachkräfte. »Die Nachfrage nach Fachkräften in der Informationstechnik steigt kontinuierlich immer weiter«, schildert Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Wissenschaft im VDI. »Die Zahl der offenen Stellen steigt – auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen heute 3,5 Stellen«. Die meisten IT-Experten werden für die Softwareentwicklung gesucht, gefolgt von Aufgaben in der IT-Sicherheit sowie im Service bzw. Support.

Es tun sich nicht nur kleine Unternehmen schwer, IT-Fachkräfte zu finden, sondern inzwischen auch große. Als Hauptgrund wird angegeben, zu wenige Bewerbungen zur erhalten. Problematisch ist, dass die Unternehmen deswegen zunehmend IT-Entwicklungsleistungen ins Ausland verlagern oder ganz aus dem Unternehmen herausgeben. Als Konsequenz daraus wird das für die digitale Transformation notwendige Know-how nicht im eigenen Unternehmen aufgebaut – und auch nicht am Standort Deutschland.

Mit den gut aufgestellten Bereichen Industrie 4.0, Robotik und additive Fertigungsverfahren hat Deutschland internationale Sichtbarkeit für den Produktionsstandort Deutschland. Jedoch wird die Fähigkeit, die eigenen Produkte mit datenbasierten oder Online-Dienstleistungen verknüpfen zu können, für deutsche Unternehmen zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor.

Mehr als die Hälfte der Befragten befassen sich im Unternehmen derzeit noch kaum oder gar nicht damit. »Wir müssen viel mehr in digitalen Geschäftsmodellen denken. Doch uns fällt auch auf, dass die Entwicklung von Dienstleistungen und digitalen Geschäftsmodellen relativ  schlecht bewertet wird. Nur 16 bzw. 14 Prozent der Befragten ist der Meinung, Deutschland sei hier gut aufgestellt. Das ist keine gute Einschätzung !«, sagte VDI-Direktor Ralph Appel auf der Pressekonferenz zum Start der CeBIT. Nur so könne man Kunden zukünftig individuelle Mehrwerte bieten. »Genau da müssen wir zulegen, denn dies ist der Schlüssel, um auch in Zukunft Geld zu verdienen.«