Bildung Die Mehrheit will Kreativität an der Schule

Was soll an den Schulen vermittelt werden?
Was soll an den Schulen vermittelt werden?

Das amerikanische Meinungsforschungsinstitut PEW hat weltweit Menschen zur Bildung in Schulen befragt. Die Frage: Was ist wichtiger: Grundwissen in Mathe, Sprachen, Fremdsprachen, Biologie und Co. oder die Entfaltung von Kreativität und Selbstständigkeit?

Die Ergebnisse sind durchaus überraschend. Spanier und Deutsche geben der Kreativität und Selbstständigkeit den vorrang. 61 Prozent der befragten in Deutschland sehen das als Aufgabe in der Erziehung in den Schulen. In Frankreich sieht das Ergebnis anders aus. Die Mehrheit setzt auf das Erlernen von Mathe, Sprachen und Co. 

In den Entwicklungsländern ist der Fokus klar auf das klassische Lernen ausgerichtet. Südafrika, Nigeria und Kenia setzen darauf. China und Indien erkennen auch das Potenzial von Kreativität (siehe Grafik). Jüngere, reichere und besser ausgebildete Chinesen bevorzugen in der Klasse besonders häufig Phantasie und Kreativität.

In vielen Ländern Westeuropas, Nordamerikas und Australiens gibt es erhebliche Unterschiede in der Art und Weise, wie die politischen Linken und Rechten glauben, dass Kinder unterrichtet werden sollten. Die Linken bevorzugen es eher, dass sich die Schulen auf kreatives und unabhängiges Denken konzentrieren, während die Rechten eher auf akademische Fähigkeiten und Disziplin achten. Besonders groß ist die Kluft in den Vereinigten Staaten, wo Liberale (67 Prozent) doppelt so häufig wie Konservative (33 Prozent) Bildung bevorzugen, die auf unabhängiges Denken setzt, schreiben die Autoren.