Gehalt »Die Gehälter in ganz Europa werden steigen«

Aktuell stehen die Chancen auf einen realen Gehaltszuwachs in Deutschland gut - dank der anhaltend niedrigen Inflation. Stimmen allerdings die Prognosen, die steigende Inflation vorhersagen, werden die realen Gehaltssteigerungen geringer ausfallen.

Den Weihnachtseinkäufen steht nichts mehr im Weg: Die Deutschen können sich im nächsten Jahr über real mehr Geld im Portemonnaie freuen. Die weltweit größten Lohnerhöhungen werden für Asien prognostiziert.

»Die Gehälter in ganz Europa werden steigen«, sagt Thomas Gruhle, Vergütungsexperte bei Korn Ferry Hay Group anlässlich einer neu veröffentlichten Studie seines Arbeitgebers. »In den westlichen Industrienationen allerdings deutlich schwächer als in den östlichen Staaten Europas.« 

So führen Luxemburg (2,9 Prozent), Italien (2,6 Prozent) und Deutschland (2,2 Prozent) die Tabelle der realen Gehaltssteigerungen im westlichen Europa an, in Osteuropa sind es Rumänien (5,7 Prozent), Bulgarien (4,7 Prozent) und Lettland (4,4 Prozent). 

Die geringsten Lohnerhöhungen für das Jahr 2017 in Europa dürfen die Finnen (real: 0,6 Prozent) erwarten. In Norwegen sinkt das reale Einkommen sogar um 1,5 Prozent. Überraschend zuversichtlich geben sich die Briten trotz ihres baldigen Austritts aus der EU: Sie erwarten reale Gehaltszuwächse von 1,9 Prozent (nominal: 2,5 Prozent).
 
Thomas Gruhle sagt: »Freuen können sich vor allem diejenigen, die eine Gehaltserhöhung schon zum Januar bekommen.«

In Deutschland werde die reale Steigerung aufgrund der anhaltenden niedrigen Inflation (aktuell bei 0,7 Prozent laut Eurostat, Anm. d. Red.) bei 2,2 Prozent liegen. »Treffen die Prognosen einer steigenden Inflation zu, werden die reale Gehaltssteigerungen jedoch real geringer ausfallen und auf bis zu 1,0 Prozent schrumpfen«, so Gruhle.Deutlich geringeres Lohnwachstum als im Vorjahr können Angestellte in Nordamerika erwarten: Hier prognostiziert Korn Ferry Hay 1,9 Prozent höhere Reallöhne (Vorjahr: 2,7 Prozent), in Kanada sind es gerade einmal 0,9 Prozent (Vorjahr: 1,3 Prozent). »Kanada als nördlichstes Land Amerikas folgt einem Trend, dem auch die skandinavischen Staaten unterliegen. Die Gehaltserhöhungen fallen 2017 – teils deutlich – geringer aus als noch 2016 und liegen durchgängig unter dem weltweiten Schnitt«, sagt Thomas Gruhle. »Der Grund dafür liegt bei der prognostizierten Inflation. Denn diese Länder sichern seit langen Jahren eine moderate, jedoch stabile Gehaltserhöhung.«