MINT-Berufe Die Bildungsaufsteiger

MINT-Akademiker sind gefragt und die MINT-Zahlen sind auch gesellschaftlich interessant.
MINT-Akademiker sind gefragt und die MINT-Zahlen sind auch gesellschaftlich interessant.

MINT-Berufen gehört die Zukunft und die Verdienste von MINT-Akademikern liegen ebenfalls höher als der Durchschnitt. Das wissen viele Leserinnen und Leser und überrascht deshalb nur wenige. Aber die aktuellen MINT-Zahlen haben auch eine gesellschaftliche Dimension.

Die guten Perspektiven für MINT-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sind weitgehend unabhängig von der sozialen und ethnischen Herkunft – MINT-Akademiker sind deutlich häufiger Bildungsaufsteiger als Absolventen anderer Studiengänge: Im Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2015 hatten knapp 70 Prozent der Ingenieure und gut 66 Prozent der Akademiker anderer MINT-Richtungen mindestens ein Elternteil ohne Studienabschluss. Zum Vergleich: Bei Medizinern waren es rund 50 Prozent und bei Juristen sogar nur 43 Prozent.

Chancen für Zuwanderer

Auch Zuwanderer haben in MINT-Berufen besonders gute Chancen: Die Erwerbstätigenquote unter MINT-Akademikern mit Migrationserfahrung war 2014 um 4,6 Prozentpunkte höher als bei Zuwanderern in anderen akademischen Fachrichtungen. Und der Anteil der erwerbstätigen Akademiker, die nicht in Deutschland geboren sind, ist im MINT-Bereich um ein Viertel höher als unter sonstigen Akademikern.

Zudem sind MINT-Kräfte seltener befristet beschäftigt. Im Jahr 2014 hatten nur 10,4 Prozent der Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Ingenieure befristete Verträge – im Vergleich zu 12,1 Prozent der sonstigen Akademiker. Bei Fachkräften aus dem MINT-Bereich war die Quote mit 6,3 Prozent sogar noch geringer. Fachkräfte aus anderen Feldern hatten mit 7,9 Prozent häufiger befristete Verträge. Außerdem sind MINT-Kräfte öfter vollzeitbeschäftigt und in leitender Position tätig als andere Arbeitnehmer.