Arbeitskosten im EU-Vergleich Deutschland nur auf Platz 8

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei den Arbeitskosten 32 Prozent über dem Durchschnitt der EU. Das ist Platz 8.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei den Arbeitskosten 32 Prozent über dem Durchschnitt der EU. Das ist Platz 8.

Deutschland ist ein Hochlohnland, so lautet die landläufige Gewissheit – aber in immerhin sieben Ländern der EU kostet die Arbeitsstunde mehr. Auch die Lohnnebenkosten liegen hierzulande unterhalb des EU-Schnitts.

Arbeitgeber in Deutschland bezahlten im Jahr 2012 durchschnittlich 31 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde – damit liegt die Bundesrepublik nur auf Platz acht innerhalb der EU.

Spitzenreiter mit 41,90 Euro ist Schweden. Belgien liegt mit 40,40 Euro knapp darunter. Es folgen Dänemark (39,50 Euro), Frankreich (34,90Euro), Luxemburg (34,40 Euro), Niederlande (31,30 Euro) und Finnland (31,10 Euro). Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lag das deutsche Arbeitskostenniveau innerhalb der Europäischen Union mit 31 Euro damit auf Rang acht.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit 32 Prozent über dem Durchschnitt der EU.

Im Vergleich zum Nachbarland Frankreich beispielsweise waren es aber 11 Prozent weniger. Bulgarien hat mit 3,70 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleistete Stunde.

Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2012 durchschnittlich 35,20 Euro. Hier lag Deutschland im EU-weiten Vergleich auf Rang fünf. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war 47 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt, aber 3 Prozent billiger als in Frankreich.

Im Zeitraum 2001 bis 2010 lag das Wachstum der Arbeitskosten in der deutschen Privatwirtschaft unterhalb des EU-Durchschnitts. In den Jahren 2011 und 2012 kehrte sich diese langfristige Entwicklung um: Die Arbeitskosten in Deutschland erhöhten sich stärker als in der EU. Dies zeigt sich auch bei einem Vergleich mit Frankreich: 2001 bis 2010 sind die Arbeitskosten in Frankreich mit knapp 35 Prozent mehr als doppelt so stark gestiegen wie in Deutschland (+ 16 Prozent). In den Jahren 2011 und 2012 war der Anstieg in Deutschland (+ 5,9 Prozent) leicht über dem Wachstum in Frankreich (+ 5,4 Prozent).

Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Im Jahr 2012 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in der Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 27 Euro Lohnnebenkosten. Damit waren die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro.

Im EU-weiten Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Rang 16. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (51 Euro) und Frankreich (50 Euro) die höchsten und in Malta (10 Euro) die niedrigsten Lohnnebenkosten gezahlt. Hauptbestandteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall.