Organisation Das Geheimnis guter Arbeitgeber

'Mit Weitblick die Zukunft gestalten': Auf Einladung der Personalberatung Adrian&Roth trafen sich Personaler aus der Elektronik zum Get Together in München, um über die Arbeitswelt 4.0 zu diskutieren.
'Mit Weitblick die Zukunft gestalten': Auf Einladung der Personalberatung Adrian&Roth trafen sich Personaler aus der Elektronik zum Get Together in München, um über die Arbeitswelt 4.0 zu diskutieren.

Hoch über den Dächern von München diskutierten Personaler aus der Elektronikindustrie über die Herausforderung Arbeitswelt 4.0. Wie entwickelt man zukunftsfähige Organisationen und worauf kommt es an?

Als Vorstand des Instituts Entwicklung zukunftsfähiger Organisationen sowie des Forschungszentrums für Strategie, Führung, Unternehmenskultur und Personalmanagement und als Gastprofessorin an der Uni St. Gallen ist Prof. Sonja Sackmann tief im Thema drin: Wie bekommt man in der heutigen Zeit, in der die besten Ingenieure die freie Auswahl haben, das nötige Personal zu sich in die Firma? Welche Unternehmenskultur ist für Bewerber attraktiv?

Das ist genau das Thema der Leiterin des Lehrstuhls für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität der Bundeswehr in Neubiberg. Als Keynote-Speakerin eröffnete sie das Get Together, zu dem die Personalberatung Adrian&Roth Vertreter der Elektronikindustrie geladen hatte, nur wenige Meter Luftlinie entfernt von Olympiastadion, O2-Tower und BMW.

Sackmann wirbt, dass Unternehmen die wichtigsten Instrumente für eine zukunftsfähige und damit für Bewerber attraktive Unternehmenskultur selbst in der Hand haben. »Mitarbeiter halten, wachsen, neue dazugewinnen – wenn Sie es schaffen, dass ihr eigener Mitarbeiter gut über ihr Unternehmen spricht – das ist das beste Employer Branding. Wer will nicht bei einem Unternehmen arbeiten, über das man tolle Geschichten erzählen kann?«

Der Hebel, als guter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, liegt viel mehr in der Unternehmenskultur und damit in der Hand der Personaler und Führungskräfte, als in plakativer Außenwerbung. Mehr noch: wer nach innen nicht halten kann, was er nach außen verspricht, wird seine Mitarbeiter wieder verlieren.

Personalverantwortliche machen aber offenbar keine allzu gute Arbeit, glaubt man den jährlich veröffentlichten Gallup-Studien. Bis zu 70 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland fühlten sich zuletzt an ihr Unternehmen emotional kaum gebunden, machen nur Dienst nach Vorschrift oder haben gar innerlich schon gekündigt.

Das heißt weniger Eigeninitiative, weniger Leistungsbereitschaft, weniger Verantwortungsbewusstsein, auch für Fehlentwicklungen. Für Unternehmen, die auf dem Weg in die Digitalisierung auf die Leistungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter angewiesen sind, ist das fatal. 

Ein Hauptgrund dafür: Mangelnde Wertschätzung. ‚Nicht geschimpft ist gelobt genug‘  ist gelebte deutsche Kultur. Für Sackmann einer der Punkte, die man kulturell dringend anpacken sollte. Vor allem auch mit Blick auf die wachsende Zahl von Externen in Unternehmen. »Aus Sicht des Entsenders: Wenn ich Ingenieure monatelang zum Kunden ins Projekt schicke – wie halte ich die emotional bei mir? Großes Thema«.