Ingenieurgehälter Das Diplom zahlt sich aus

Personalmarkt hat aktuelle Gehälter von Ingenieuren berechnet. Hier die wichtigsten Fakten.

Gehaltsexpertin Heike Friedrichsen von Personalmarkt hat auf Spiegel online aktuelle Gehaltszahlen für Ingenieure veröffentlicht. Demnach haben Absolventen ingenieurwissenschaftlicher Studienfächer aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktsituation besonders gute Chancen auf ein attraktives Gehalt und gehören damit vergleichsweise zu den Besserverdienern.

Das Einstiegs-Jahresgehalt bewegt sich zwischen 41.200 Euro und 52.500 Euro brutto, wie eine Analyse von 16.000 Datensätzen gezeigt hat.

Auffallend sei laut Friedrichsen, dass sich das Einkommen von Ingenieuren mit Diplom-Abschluss wieder etwas dynamischer entwickle als das von Ingenieuren mit Master-Abschluss. „Der "Dipl.-Ing." bringt aktuell 48.400 Euro Jahresgehalt, der Master-Abschluss wird mit 47.500 Euro honoriert.

Absolventen mit Fachhochschul-Diplom liegen mit 45.900 Euro deutlich darunter. Bachelor-Absolventen, die allerdings auch früher ins Berufsleben starten, kommen auf rund 43.600 Euro Einstiegsgehalt“, sagt Friedrichsen.

Eine Promotion gelte immer noch als Nachweis für eine hohe Leistungsbereitschaft: Promovierte Ingenieure können bis zu 58.600 Euro Jahresgehalt verdienen.

Berufserfahrung zähle ebenso, allerdings sei die Spreizung groß. So erhalte ein Viertel aller Ingenieure mit mehr als zehn Jahren Erfahrung weniger als 57.300 Euro. Das obere Viertel der Berufserfahrenen komme dagegen auf mehr als 85.700 Euro Jahresgehalt.

Auch der Einsatzbereich spiele eine wichtige Rolle. Während Bauingenieure über alle Berufsjahre gerechnet im Mittel nur auf 56.500 Euro im Jahr kommen, erhielten Vertriebsingenieure 65.600 Euro – mit Spielraum nach oben. Friedrichsen: „Nur wenige Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitern generelle Erhöhungen. Hoch im Kurs stehen dagegen leistungs- und erfolgabhängige Zahlungen.“

Die Wahl des Arbeitgebers und die Branche sei ebenfalls entscheidend: Größere, häufig tarifgebundene, Unternehmen zahlen laut Personalmarkt in der Regel auch höhere Gehälter. In kleineren Unternehmen hingegen sind die Einstiegsgehälter in der Regel deutlich niedriger, etwa in Ingenieurbüros oder bei Dienstleistern.

Zu den besser zahlenden Branchen zählen die Luftfahrtindustrie, die Automobilindustrie, die Chemieindustrie, der Maschinenbau und die Energiewirtschaft. Weniger Geld gibt es für Ingenieure in der Bau- und Immobilienbranche, bei öffentlichen Verwaltungen oder in der Bekleidungs- und Textilindustrie.

Und trotz aller Anwerbeversuche: Frauen verdienen immer noch weniger als Männer - das gilt auch für Ingenieurinnen. Allerdings ist bei ihnen der Abstand zu den Einkommen der männlichen Kollegen meist etwas geringer als in vielen anderen Berufen.

Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen verbreitern sich laut Friedrichsen im weiteren Verlauf des Berufslebens.

Wer Personal- und Führungsverantwortung übernimmt, kann sein Gehalt noch einmal deutlich steigern: Ingenieure in leitender Funktion (mit Personalverantwortung) verdienen im Schnitt jährlich 101.400 Euro. Eine Fachkraft dagegen erhält durchschnittlich 58.000 Euro im Jahr.