Meisterausbildung im Elektrohandwerk Damit der Bachelor nicht am Meister vorbeizieht

Auch seltene Meister, wie der Systemelektrotechniker-, der Informationstechniker- und der Elektrotechnikermeister für Kommunikation und Sicherheit, sind im Angebot.
Auch seltene Meister, wie der Systemelektrotechniker-, der Informationstechniker- und der Elektrotechnikermeister für Kommunikation und Sicherheit, sind im Angebot.

Die neue Meister-Webseite des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik (BFE) ist online. Das BFE bietet dort als einzige E-Meisterschule Deutschlands alle fünf Fachrichtungen sowie die Aufstiegsausbildungen Betriebswirt und Fachplaner an. Werbung tut Not, denn immer mehr junge Leute ziehen ein Bachelorstudium der Meisterausbildung vor.

Der neue Online-Auftritt richtet sich an Auszubildende, Gesellen und Facharbeiter, die sich für eine Meisterausbildung im elektroinformationstechnischen Handwerk interessieren. Unter www.bfe-meister.de finden sie ab sofort gebündelte Informationen zu Lehrgängen, Fördermöglichkeiten und Familienservice sowie wichtige Info-Hotlines und Anträge der Kammern.

Auch seltene Meister, wie der Systemelektrotechniker-, der Informationstechniker- und der Elektrotechnikermeister für Kommunikation und Sicherheit, sind im Angebot. In der Rubrik „Meisterkarrieren“ werden BFE-Meister porträtiert. Die Reihe soll in der Zukunft kontinuierlich ausgebaut werden und Interessenten jenseits von trockenen Berufsbeschreibungen einen anschaulichen Einblick in ihre Karrieremöglichkeiten geben.

Eine Webseite zu schaffen, die sich exklusiv mit der Ausbildung der Elektro- und Informationstechnikermeister beschäftigt, ist Teil eines Gesamtkonzeptes, dessen Ziel die bessere Vermarktung des Meistertitels ist. Dieser hat nämlich in Zeiten zunehmender Globalisierung Konkurrenz bekommen.

„Wir beobachten einen Trend hin zum Bachelor“, sagt Thorsten Janßen, Direktor des BFE. Immer mehr junge Menschen zögen das Studium der Meisterausbildung vor. „Dabei werden wir international um den Meister beneidet, der Titel steht für höchste Ausbildungsstandards. Der deutsche Meister ist eine Qualitätsmarke, die seit einem Jahrhundert funktioniert. Wir müssen diese Ressource nutzen!“

Das BFE will daher in die Offensive gehen, den E-Meister selbstbewusst kommunizieren und auch international attraktiv machen.

Dabei helfen soll auch die Wirtschaft. Das BFE möchte große Konzerne stärker in die Pflicht nehmen, die Ausbildung ihrer künftigen Fachkräfte zu fördern.

So sollen demnächst unter anderem Stipendien bei der Finanzierung der mit etwa 10.000 Euro im Vergleich zu einem Studium kostspieligen Ausbildung helfen. Als Belohnung winken hochqualifizierte E-Meister, die vom BFE sogar unternehmensspezifisch vorbereitet werden könnten und so direkt nach der Prüfung einsatzbereit wären.

„Wir streben eine enge Verzahnung an. Auch begleitende Englischkurse für Unternehmen aus dem Ausland sind denkbar“, sagt Janßen. So soll auf der Webseite in einem zweiten Schritt ein Portal freigeschaltet werden, in dem deutsche und internationale Unternehmen sich mit Stipendien- und Jobangeboten direkt an die Interessenten und Absolventen richten können.

Am 5. April gibt es einen Infotag. Da lädt das Bundestechnologiezentrum an die Donnerschweer Straße 184 in Oldenburg ein. Von 10 bis 13 Uhr können sich die Besucher im BFE umschauen und mit den Experten vor Ort sowohl fachliche als auch organisatorische Fragen klären. Eine Anmeldung ist nicht nötig.