Forderung nach Verbesserung der Ingenieursausbildung Breite Allianz kämpft für Erhalt des Titels »Diplom-Ingenieur«

»Unsere Botschaft ist eindeutig: Wir sind für die Bologna-Reform und für den ‚Diplom-Ingenieur‘. Dies ist kein Gegensatz.«

Heute findet in Berlin die »nationale Bologna-Konferenz« statt. Auf Einladung von Bildungsministerin Annette Schavan diskutieren Vertreter von Hochschulen, Studentenverbänden, Gewerkschaften und Politik darüber, wie die vieldiskutierte europäische Hochschulreform verbessert werden kann.

Ein zentraler Punkt der Konferenz soll nach Wunsch der deutschen technisch orientierten Universitäten ARGE TU/TH und TU9 der Erhalt des Titels »Diplomingenieur« sein.

Dazu der Rektor der RWTH Aachen Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, der gleichzeitig TU9-Präsident ist: »Unsere Botschaft ist eindeutig: Wir sind für die Bologna-Reform und für den ‚Diplom-Ingenieur‘. Dies ist kein Gegensatz. Und unser Kreis an Unterstützern wächst beständig. Nun werben wir bei den zuständigen Politikerinnen und Politikern dafür, den akademischen Abschlussgrad ‘Diplom-Ingenieur‘ beim erfolgreichen Abschluss eines Master-Studiums in den Ingenieurwissenschaften weiterhin verleihen zu können.«

Dass dies kein Widerspruch sein müsse, zeigten andere europäische Länder, wie zum Beispiel Frankreich oder Österreich.

Die Chancen, dass es Deutschland bald genauso handhaben könnte, stehen gut. Die Forderung der deutschen Technischen Universitäten findet mittlerweile breiten Zuspruch bei Ingenieurverbänden, den Fakultäten, unter Studierenden und den politischen Akteuren.

So sprachen sich etwa die 16 Landesingenieurkammern bereits letzten Herbst einstimmig für den Erhalt des »Dipl.-Ing.« aus. Auch die Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten (4ING) haben festgestellt, dass die Abschaffung des Dipl.-Ings Teile der Studentenschaft, der heimischen Wirtschaft und der Wissenschaftler im In- und Ausland »irritiert« habe. Sie verlangen, dass neben den akademischen Graden Bachelor of Science und Master of Science auch der akademische Grad »Diplom-Ingenieur« verliehen werden kann.

Und auch der VDI  will die Abschlüsse Bachelor und Master im internationalen Vergleich durch das Renommee des »Diplom-Ingenieurs« aufgewertet wissen, wenngleich die Gestaltung der Abschlussurkunden den Hochschulen überlassen bleiben solle.

Die bildungs- und forschungspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion schließen sich an: Der »Dipl.-Ing.« sei ein international anerkanntes Gütesiegel und müsse »durch Titelzusätze erhalten bleiben können«.

Die Ergebnisse der Konferenz lesen sie bald hier auf elektroniknet.de.