Weiterbildung Betriebliches Lernen 4.0 - wann, wo, wie?

Weiterbildung 4.0 bedeutet auch, zu lernen wann und wo man will.

Wie sieht Weiterbildung für Arbeit 4.0 aus? Vor allem flexibel. TNS Infratest befragte im Rahmen einer Studie 300 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen, welche Medien sie dabei für wichtig halten.

74 Prozent der Befragten gaben in der TNS Infratest-Studie im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt an, dass mit der Digitalisierung der Weiterbildungsbedarf steigt. Welche elektronischen Medien halten Personaler dabei für sinnvoll?

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Umfrage von TNS Infratest zu Weiterbildung 4.0

TNS Infratest befragte im Rahmen der Studie 'Weiterbildungstrends in Deutschland 2017' 300 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen zum ersten Mal zur Weiterbildung 4.0.

Lernvideos und virtuelle Seminare bzw. Webinare sind demnach für jeweils 73 Prozent der Befragten die Top-Formate. Denn mit Videos lassen sich Prozesse und Anleitungen visuell darstellen – von ScreenCam Movies, die die Bedienung von Software-Funktionen zeigen, bis hin zum Tutorial zur Montage eines Bauteils. Virtuelle Seminare mit Chat-Funktionen unterrichten Teilnehmer an unterschiedlichsten Standorten gleichzeitig und interaktiv. Zudem können diese auch später noch zeit- und ortsunabhängig online auf das Seminar zugreifen.

»Bei größeren Stoffmengen werden virtuelle Seminare gerne in mehreren Einheiten angeboten, so dass zwischen den einzelnen Blöcken Aufgaben bearbeitet werden können, um diese beim darauffolgenden Termin zu besprechen«, so Harald Stürmer, Fachbereichsleiter Informatik und Leiter Innovationsmanagement bei der SGD.

Webbased Trainings sind für 68 Prozent der Personaler wichtig bis äußerst wichtig und können über das Internet von vielen Nutzern abgerufen werden. 67 Prozent setzen darüber hinaus auf E-Books. »E-Books bringen schriftliche Lernunterlagen auf den PC-Bildschirm, auf Tablets, Notebooks und Smartphones. Damit sind sie überall und jederzeit zur Hand – auch wenn es mehrere sind. Ein großer Vorteil ist, dass sie multimedial angereichert werden können – mit integrierten Audio- oder Video-Dateien, Animationen, interaktiven Funktionen, Links oder QR-Codes«, so Stürmer weiter.

Zudem halten zwei von drei Befragten einen Online-Campus bzw. eine Online-Community (66 Prozent) und Lern-Apps (65 Prozent) für wichtig bis äußerst wichtig. Der Online-Campus ist zentrale Organisations- und Kommunikationsplattform sowie Online-Bibliothek. Er gibt Überblick über absolvierte und unbearbeitete Lerneinheiten, ermöglicht Kontakt zu anderen Lernenden und Tutoren und stellt Lernunterlagen zur Verfügung. »Mit einem Online-Campus lässt sich der gesamte Lernprozess in die digitalisierte Arbeitswelt der Lernenden integrieren«, so Stürmer.

Lern-Apps sind für die mobile Bearbeitung kleinerer Themenbereiche beliebt oder auch als Übungs- oder Testprogramme zur Vorbereitung auf Prüfungen.
Etwas über die Hälfte der Befragten räumen MP3s (52 Prozent) sowie Virtual Reality bzw. Augmented Reality (50 Prozent) eine wichtige bis äußerst wichtige Rolle in der Weiterbildung 4.0 ein, 41 Prozent dem Serious Gaming.

Doch welche Anforderungen muss ein Weiterbildungsangebot 4.0 erfüllen? Hierzu haben die befragten Personalverantwortlichen die folgenden sechs Lernaspekte in ihrer Bedeutung für Weiterbildung 4.0 beurteilt: Für mehr als acht von zehn Befragten sind selbstorganisiertes und eigenverantwortliches Lernen (87 Prozent), ein Mix aus unterschiedlichen Lernmedien und -methoden (82 Prozent) sowie zeit- und ortsunabhängiges Lernen (81 Prozent) die drei wichtigsten Aspekte. Für drei von vier Befragten (75 Prozent) zählt zudem Learning-on-Demand dazu. Bei diesem wird genau dann gelernt, wenn neues Wissen oder Kompetenzen benötigt werden. Mobiles Lernen gehört für 74 Prozent zur Weiterbildung 4.0.

Auch die Bedeutung mobiler Technologien wie Laptops, Tablets und Smartphones nimmt der Studie zufolge. Diese halten aktuell 85 Prozent der befragten Personalverantwortlichen für die berufsbegleitende Weiterbildung für wichtig bis äußerst wichtig. Dies ist eine Steigerung um sechs Prozentpunkte gegenüber dem letzten Jahr (79 Prozent).

Die Ergebnisse der Umfrage, die zum neunten Mal in Folge im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) durchgeführt wurde, zeigen: Gelernt wird selbstorganisiert, eigenverantwortlich sowie zeit- und ortsflexibel – unterstützt von diversen Medien.