Diskussion um Frauen zur Fachkräftesicherung Bedarf an Kinderbetreuung endet nicht mit dem Schuleintritt

Wenn Ingenieurinnen Mütter werden, bedeutet das oft das Aus für die Karriere. Durch den flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen könnten insgesamt bis zu 460.000 Mütter für den Arbeitsmarkt gewonnen werden, rechnet das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) vor.

Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat in einer Studie errechnet, dass eine flächendeckende Ganztagsbetreuung von Schulkindern bis zu 460.000 Mütter auf den Arbeitsmarkt bringen würde. Bislang konzentriere sich die Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf meist auf bessere Betreuungsangebote für Kleinkinder. Doch aus bildungs- und arbeitsmarktpolitischer Sicht spiele die Ganztagsbetreuung von Schulkindern eine ebenso wichtige Rolle, mahnt das IZA. "Unsere Erwerbsbevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten dramatisch schrumpfen. Schon jetzt reißen sich viele Unternehmen um Fachkräfte. Deshalb muss Deutschland zwingend das Potenzial gut ausgebildeter Mütter besser nutzen. Die Ausweitung der ganztägigen Betreuung von Schulkindern leistet dazu einen wichtigen Beitrag", so Werner Eichhorst, Arbeitsmarktexperte am IZA.

Bei einem flächendeckenden Ausbau der Ganztagsbetreuung würden zwischen 350.000 und 460.000 bislang nicht erwerbstätige Mütter von Schulkindern dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Vor allem qualifizierte Frauen in Westdeutschland würden eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen. Außerdem könnten bereits erwerbstätige Mütter von Schulkindern ihre Arbeitszeit ausweiten. Das ist das Ergebnis einer Expertise des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg im Auftrag des Familienministeriums. Der notwendige Ausbau der Betreuungsinfrastruktur würde für sechs- bis elfjährige Schulkinder rund 3,5 Milliarden Euro kosten.