Besser als ihr Ruf Bachelors kommen an

Die Hälfte der Bachelor-Absolventen von Fachhochschulen und ein Viertel der Bachelors von Universitäten nimmt mit dem ersten akademischen Abschluss direkt eine Berufstätigkeit auf. Kritik gibt es am fehlenden Praxisbezug und der Stoffüberfrachtung in den Studiengängen.

Nach einem Jahr im Beruf ist die Mehrzahl der Bachelor-Absolventen mit Vergütung, Aufgabenbereich und Karriereperspektiven zufrieden. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Mit dem Bachelor in den Beruf" – des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln und dem HIS-Institut für Hochschulforschung.

Die Studie beleuchtet die Arbeitsmarktbefähigung, die aktuelle Arbeitsmarktsituation und die Perspektiven von Bachelorstudierenden und -absolventen. Dazu wurden 10.000 Bachelorstudierende, Studierende traditioneller Studiengänge, Bachelorabsolventen und 1.500 Unternehmen in repräsentativen Erhebungen in der zweiten Jahreshälfte 2010 befragt.

Demnach machen die meisten Unternehmen weder bei der Besetzung von Einstiegspositionen noch bei den Gehältern oder den weiteren Karriereperspektiven Unterschiede zwischen den Hochschulabschlüssen. "Der Bachelor ist besser als sein Ruf", erklärt Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes.

Es gibt aber auch Kritik: Viele Hochschulen haben die Bologna-Reform nach Einschätzung der Befragten nicht zu einer grundlegenden Modernisierung der Studieninhalte genutzt. Studierende und Unternehmen monieren übereinstimmend fehlenden Praxisbezug und eine gleichzeitige Stoffüberfrachtung in den Studiengängen.

Die Mehrheit der Bachelorabsolventen jedoch sucht sich keinen Job sondern schließt direkt ein Masterstudium an. Das liegt laut Studie an der verbreiteten Unsicherheit über die Arbeitsmarktchancen. Unternehmen, die noch keine Bachelors beschäftigen, urteilen überwiegend schlechter über den neuen Abschluss, als diejenigen, die bereits Erfahrungen mit ihm sammeln konnten, so die Studie.