Stellenanzeigen Austauschbar, unprofessionell, lustlos getextet

Die allermeisten Stellenanzeigen sind so austauschbar und lustlos formuliert, dass sie wenig Begeisterung für einen Jobwechsel wecken.

Deutschen Unternehmen gelingt es nicht, sich in Stellenanzeigen als Arbeitgeber zu differenzieren. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsmarktstudie, für die 120.000 Online-Stellenanzeigen analysiert wurden: Füllwörter, vorgestanzte Wortbausteine und ungelenke Substantivierungen dominieren.

Zu diesem Fazit kommt die Studie »Club der Gleichen – Edition Stellenanzeigen«. Die von den Unternehmensberatern Dr. Manfred Böcker und Sascha Theisen sowie dem Spezialisten für semantisches Recruiting Textkernel durchgeführte Studie ist die bisher größte Untersuchung dieser Art im deutschsprachigen Raum. Für die quantitative Analyse wurde das von Textkernel entwickelte Big Data-Tool Jobfeed genutzt.

Die Studienergebnisse legen ein nachhaltiges Kommunikationsproblem deutscher Arbeitgeber offen. So gehen Unternehmensporträts in den Stellenanzeigen kaum auf konkrete Arbeitgebereigenschaften ein. Hier dominieren austauschbare Zuschreibungen wie »weltweit«, »führend«, »international« und »innovativ«. Arbeitgeber geben den Kandidaten somit kein Bild davon, was sie von anderen Arbeitgebern unterscheidet. »Employer Branding« im Sinn von Differenzierung findet nicht statt. Darauf weist auch eine Analyse des in vielen Stellenanzeigen mittlerweile integrierten Angebots-Abschnitts hin. Hier bieten die meisten das Gleiche, neben einer »attraktiven Vergütung« etwa auch »Weiterbildung« und »Spaß«.