Von der Idee zum Konzept Aufschreiben und diskutieren!

Eine gute Idee ist am Anfang oft nicht mehr als eine vage, noch nicht genau fassbare Idee. Ihre Umsetzung in ein Konzept? Liegt noch im Dunkeln. Genau hier setzt die Beratung von Marco Nitzschner an. »Kreativität braucht neben Freiheit auch Struktur«, sagt der Diplompsychologe von der Maas Beratungsgesellschaft.

Die frühe Phase der Ideenentwicklung lege bereits den Grundstein für das Endergebnis, sagt Marco Nitzschner, „hier wird bereits bestimmt, ob und wie gut das gewünschte Ziel erreicht wird, wie kostenintensiv sich das weitere Vorgehen gestaltet.“

Das Hauptproblem in dieser frühen Phasen sei die enorme gedankliche Belastung des Erfinders, sagt Nitzschner. Unzählige Gedanken kreisten im Kopf des potenziellen „Schöpfers“. Es sei unmöglich, alles miteinander zu verknüpfen oder zu ordnen, um sich hieraus die beste Lösung auszusuchen.

Dabei sei konkrete Unterstützung hierbei so einfach wie effektiv: Das Aufschreiben dieser Gedanken und die Visualisierung der entsprechenden Zusammenhänge führten zu einer Denkentlastung, schützen vor Vergessen und schaffen Raum für neue Ideen und Perspektiven. Außerdem könnten Denkfehler besser erkannt werden und es falle leichter, eine effiziente Vorgehensweise zu wählen.
Der Problemkern müsse erfasst werden, so Nitzschner. „Zu wissen, wo genau das Problem liegt, ist der erste Schritt um kreativ sein zu können, denn Kreativität braucht neben Freiheit auch Struktur.“

Zur Strukturierung der Ideen eigneten sich Checklisten und Fragesysteme genauso wie lautes Sprechen mit sich selbst. Nitzschner: „Die eigene Aussprache führt zu einer genaueren Begutachtung des Inhalts, wodurch Fehler schneller entdeckt werden.“ Auch die Diskussion mit anderen ist in diesem Stadium hilfreich: Neue Ideen werden gesammelt oder ergänzt, die eigenen Gedanken einer Prüfung unterzogen.

Drei Varianten sind dabei zu unterscheiden: ein Austausch mit Personen der eigenen Berufsgruppe und des eigenen Spezialgebiets (Vorteil: Kritische Begutachtung), mit Leuten der eigenen Berufsgruppe, aber eines anderen Spezialgebiets (Blick über den Tellerand) oder drittens, ein Gespräch mit einer völlig fachfremden Personen ( komplett neue Einblicke).

„Das Erklären einfachster Sachverhalte kann durchaus zu so manchem Geistesblitz führen“, sagt Nitzschner. Auch das Darstellen des Ziels sei eine mächtige Unterstützungsmöglichkeit. Skizzen und einfache Modelle führten neben der Fehlererkennung oft dazu, dass mehrere Sinne wie das Sehen und Fühlen eingebunden werden und ein Umdenken angestoßen werde.

Menschen nähmen mit verschiedenen Sinnen wahr und abhängig davon, welche Sinne eingebunden seien, geschehe in deren Kopf Unterschiedliches. „Während eine Person ihr Lieblingsauto an der Tankstelle stehen sieht und ins Schwärmen gerät, rümpft die andere die Nase, weil sie den Benzingeruch nicht mag.“, sagt Nitzschner.

Das Betrachten des Problems von verschiedenen Blickwinkeln aus führe oft zu mehr kreativen Gedanken. „Auch in Zeiten des computergestützten Konstruierens greifen immer noch viele Entwickler intuitiv zu Stift und Papier.“

Automatismen, die dem Entwerfenden wichtige Arbeitsschritte lediglich abnehmen, führen langfristig allerdings zu einer Verschlechterung der Arbeitsqualität. Nizschner: „Ein Fahranfänger, der das Autofahren nicht übt, wird sich auch nicht verbessern. Das Zerlegen in Teilschritte des Gesamtprozesses führt zu einer höheren bzw. komplexeren Wahrnehmung als die gesamte Betrachtung des Ganzen. Dies gilt vor allem, wenn es um den kreativen Weiterentwicklungsprozess geht.“

Wer sich die genannten Vorschläge zu Herzen nehme, schlage viele Fliegen mit einer Klappe: „Er schafft ein optimales Umfeld, um so kreativ schaffend und erfolgreich tätig zu sein. Unnötige Schritte werden vermieden und Teilziele schneller erreicht. Kreatives Entwerfen ist also förderbar!“