Bis zum Jahr 2015 sollen 520.000 Fachkräfte in Bayern fehlen Auch bayerische Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel

Die bayerische Wirtschaft reiht sich ein: Einer neuen Studie zufolge stehe Bayern in den nächsten Jahren vor einem gravierenden Fachkräftemangel.

In Regensburg debattierten kürzlich oberpfälzische Unternehmen, welche Folgen der Fachkräftemangel für den Wirtschaftsstandort haben könnte. »Die Studie Arbeitslandschaft 2030 der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat ergeben, dass bereits bis zum Jahr 2015 rund 520.000 Fachkräfte in Bayern fehlen werden«, betont Harald Mayrhofer, Vorsitzender der vbm-Region Regensburg und Geschäftsführer der Starkstrom-Gerätebau GmbH in Regensburg.

Gleichzeitig präsentierten die Unternehmen individuelle Projekte und Initiativen, mit denen sie dem Fachkräftemangel entgegensteuern wollen. »Als innovatives Unternehmen mit dem Schwerpunkt Elektronik wirken wir dem drohenden Mangel an qualifizierten Fachkräften schon heute entgegen«, betonte Wolfgang Guentner, Standortleiter Regensburg der Continental Automotive GmbH. Durch vielfältige interne und externe Maßnahmen will Conti den Standort Regensburg auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig halten. Guentner: »Um dies zu erreichen, fördern wir stark die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte und setzen auf die Kooperation mit Schulen und Hochschulen.«

Auch für die F.EE GmbH in Neunburg vorm Wald ist das Thema aktuell. »Wir haben eine breite Palette an Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel entwickelt«, berichtet Gert Weymayr, Kaufmännischer Leiter und Personalchef des Unternehmens, das mit seinen knapp 500 Mitarbeitern weltweit in der Fertigungsautomatisierung, Softwareprogrammierung und IT tätig ist. Weymayr: »Schon in konkreten Projektarbeiten in den Schulen suchen wir Kontakt mit dem Nachwuchs. Auf der anderen Seite ist aber auch die Mitarbeiterbindung ein ganz zentraler Punkt unserer Strategie.«

Die Metallarbeitgeberverbände fordern zur Bekämpfung des Fachkräftemangels eine nachhaltige Qualifizierungs- und Weiterbildungsinitiative, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam getragen wird. Auch der Staat müsse seine Anstrengungen im Hinblick auf Bildungsqualität, Bildungsbeteiligung und Bildungsgerechtigkeit verstärken. Weiterhin sei eine längere Lebens- und Wochenarbeitszeit nötig. Als dritter Baustein müsse der Arbeitsmarkt stärker für Fachkräfte aus dem Ausland geöffnet werden.

Die bayerische Wirtschaft ist nicht allein: Erst kürzlich zur Hannover Messe haben VDI und VDE wieder über Ingenieurmangel geklagt. Beide Verbände befürchten, dass er sich zur Innovationsbremse auswachsen könnte. Fast jedes zweite vom VDE befragte Unternehmen will deshalb auf Naturwissenschaftler und Informatiker ausweichen.